Kodiak 900:  Dahers neue XL-Turboprop Daher

Premiere in Oshkosh Kodiak 900: Dahers neue XL-Turboprop

Der französisch-amerikanische Flugzeughersteller Daher hat auf dem auf dem EAA AirVenture in Oshkosh die Turboprop Kodiak 900 vorgestellt. Die neue Version ist größer, schneller und noch vielseitiger als die Kodiak 100.

Daher hat das weltgrößte Fly-in für die Premiere seiner neuen Single-Turboprop genutzt. Die in Oshkosh enthüllte Kodiak 900 übernimmt die Qualitäten der Kodiak 100 als vielseitig einsetzbare Turboprop mit guten Kurzstart- und Landeeigenschaften. An Bord gibt es durch den um 1,19 Meter verlängerten Rumpf mehr Platz für Passagiere und Fracht – von außen zu erkennen gibt sich die XL-Version durch ein fünftes Kabinenfenster. Angetrieben wird die Kodiak 900 von der Propellerturbine PT6A-140A von Pratt & Whitney Canada mit 900 shp, während bei der kleinen Schwester eine 750 shp starke PT6A-34 unter der Cowling arbeitet. Im Motorraum wurden viele Komponenten überarbeitet. Unter anderem wurde das Lufteinlasssystem optimiert, um mehrere Triebwerksstarts pro Stunde zu ermöglichen – eine Anforderung von Kunden, die das Flugzeug für den Fallschirmsprungbetrieb und Kurzstreckenflüge nutzen.

Von allem etwas mehr

Die Reisegeschwindigkeit wurde von 174 auf 210 KTAS erhöht und die Nutzlast verbessert. Als maximale Reichweite gibt Daher für die neue Kodiak 1129 Nautische Meilen (2091 km) an. Der spezifische Treibstoffverbrauch wurde laut Hersteller um neun Prozent gesenkt. In absoluten Zahlen nennt Daher für die "kleine" Kodiak 100 einen Wert von 170 Liter Jetfuel pro Stunde, bei der Kodiak 900 mit höherer Abflugmasse sind es 220 Liter pro Stunde.

Der verlängerte Rumpf bietet ein um 20 Prozent größeres Kabinenvolumen und verfügt über ein neues Interieur. Mit den verstellbaren Summit+-Sitzen wird die Kodiak 900 einer Vielzahl von Missionsprofilen gerecht. So kann der Innenraum in verschiedenen Konfigurationen genutzt werden: Die Möglichkeiten reichen von einer Doppel-Club-Anordnung der Sitze bis hin zu einer nach vorne ausgerichteten Sitzanordnung. Platz ist für bis zu zehn Personen an Bord. Bei Bedarf lassen sich die Sitze ohne Werkzeug ausbauen, um das Flugzeug als Frachter zu nutzen. An jedem Sitz befinden sich USB-Anschlüsse, Buchsen für Headsets sowie Becher- und Telefonhalter. Die Sitze sind in schwarz gehalten, während im Innenraum ein strapazierfähiger schwarzer Teppichboden verlegt ist. Die Seitenwände, der Dachhimmel und die hintere Trennwand bestehen aus Verbundmaterial. Daher verweist zudem auf die ausgeklügelte Schalldämmung der Kabine.

An der Zelle wurde der Luftwiderstand verringert. So wurde die externe Einstiegsstufe für den Piloten durch eine klappbare Leiter ersetzt, es wurden Abdeckungen für die Klappen am Flügel und Radverkleidungen hinzugefügt. Bei den Radverkleidungen lag das Augenmerk der Ingenieure auf einer robusten Bauweise für den Betrieb abseits befestigter Pisten – bei Bedarf können diese durch den Piloten entfernt und montiert werden. Da die Kodiak 900 hinten höher gebaut ist als die 100, wurde auch die hintere Ladeluke neugestaltet.

Daher lobt die vielseitigen Fähigkeiten der neuen Kodiak 900 durch ihre robuste Konstruktion gepaart mit guten Flugeigenschaften und verbesserten Flugleistungen. Bei ISR-Einsätzen (Intelligence, Surveillance and Reconnaissance) bedienen der 300-Ampere-Starter/Generator und die 60-Ampere-Lichtmaschine der Kodiak 900 den Strombedarf der Missionssysteme. Die Fähigkeiten der Kodiak 100 bei der Unterstützung der Brandbekämpfung werden durch bessere Flugleistungen weiter verbessert. Bei Ambulanzflügen bietet die Kabine Platz für zwei Tragen.

FAA-Zulassung ist bereits erteilt

Am 20. Juli 2022 hat die US-Luftfahrtbehörde FAA (Federal Aviation Administration) Dahers neuestes Modell zugelassen. Erste Auslieferungen der in Sandpoint, Idaho, gebauten Turboprop sind für 2023 geplant. Die Entwicklung der Kodiak 900 begann bereits im Jahr 2016. Bis heute wurden drei Testflugzeuge gebaut: eine statische Zelle für Strukturtests, ein fliegender Prototyp und das erste konforme Serienflugzeug für FAA-Funktions- und Zuverlässigkeitstests. Der Jungfernflug fand am 28. Februar 2020 statt. Im Rahmen des Testprogramms wurden mehr als 600 Stunden Flugerprobung und 800 Stunden Laufzeit am Boden gesammelt.

Nicolas Chabbert, Senior Vice President der Aircraft Division von Daher, sagte: "Dies ist eine weitere Antwort auf das Engagement für mehr Nachhaltigkeit und die Verbesserung der CO2-Bilanz der Allgemeinen Luftfahrt. Die Kodiak 900 ist eine Klasse für sich: ein äußerst vielseitiges Turboprop-Flugzeug ohne Druckkabine, das eine beeindruckende Nutzlast transportieren kann und gleichzeitig mit 210 Knoten komfortabel und luxuriös fliegt."

Didier Kayat, CEO von Daher, fügte hinzu: "Die heutige offizielle Vorstellung der Kodiak 900 unterstreicht das feste Engagement der Daher-Muttergesellschaft für die ständige Verbesserung ihrer Flugzeugproduktlinie. Sie folgt auf das jüngste Mitglied unserer TBM-Familie, die TBM 960, die wir erst vor drei Monaten vorgestellt haben."

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