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Falcon 6X auf Kurs zum Erstflug

Dassault Aviation bereitet den Erstflug der Falcon 6X vor. Der Anfang 2018 vorgestellte Langstreckenjet soll im nächsten Jahr abheben und 2022 die Zulassung erhalten.

Der neueste Business Jet von Dassault Aviation, die Anfang 2018 vorgestellte Falcon 6X, nähert sich seinem für 2021 geplanten Erstflug. Das berichtet der französische Hersteller in einer Pressemitteilung. Der Langstreckenjet tritt die Nachfolge der Falcon 5X an, die es wegen anhaltender Probleme mit Safrans Silvercrest-Triebwerk nach begonnener Flugerprobung nicht zur Serienreife geschafft hatte. Die Zertifizierung und die Indienststellung von Dassaults "neuestem und geräumigstem Flugzeug" sind gemäß dem ursprünglichen Zeitplan für 2022 vorgesehen.

Das erste der drei Vorserienflugzeuge hat die Bodenerprobung begonnen. Die Flugzeuge Nummer zwei und drei befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium der Montage, während auch die Produktion von Teilen für die Serienfertigung begonnen hat. So wurden die Flügel des zweiten Flugzeugs kürzlich an den Rumpf angepasst. Das dritte Flugzeug befindet sich in der frühen Phase der Endmontage.

Jeder der Falcon-6X-Prototypen wird umfangreich instrumentiert sein, um Tests in den Disziplinen Aerodynamik, Leistung und System zu absolvieren. Das dritte Flugzeug wird eine komplette Innenausstattung erhalten: Hier stehen die Funktionalität der Systeme, Akustik, Luftströmung, Komfort und andere Faktoren im Fokus. Interieur, Umweltsysteme, Elektronik und andere Bestandteile der Ausrüstung werden derzeit in einem Bodenprüfstand getestet. Bereits abgeschlossen sind die Tests der elektrischen und hydraulischen Systeme sowie der Treibstoffsysteme. Dassault hat auch damit begonnen, die digitale Flugsteuerung zu erproben. Außerdem wurden Tests zur Materialermüdung eingeleitet – diese Versuchsreihe soll bis zur Belastungsgrenze und darüber hinaus ausgedehnt werden.

Effizienz und Komfort

Die Falcon 6X, so der Anspruch von Dassault Aviation, soll neue Standards in Sachen Kabinenkomfort, Langstreckenleistung und Effizienz setzen. Als besonders geräumig wird die 12,30 Meter lange, 1,98 Meter hohe und 2,58 Meter breite Kabine hervorgehoben. Dank ihrer Reichweite von 5500 Nautischen Meilen (10.186 km) bei Mach 0.8 soll die Falcon 6X in der Lage sein, Routen wie beispielsweise Paris – Tokio oder Los Angeles – Moskau nonstop zurückzulegen. Der neue zweistrahlige Jet ist für eine hohe Manövrierfähigkeit mit einer digitalen Flugsteuerung (DFCS) ausgestattet.

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Bei der Kabine der 6X hat der Hersteller viel Wert auf großzügige Abmessungen gelegt.

Beim Antrieb des Zweistrahlers hat sich Dassault Aviation für das Triebwerk PW812D von Pratt & Whitney Canada entschieden. Im Rahmen einer ersten Flugerprobung wurde das Triebwerk am Rumpf einer Boeing 747 von Pratt & Whitney Canada montiert. Diese Testreihe wurde Anfang 2020 abgeschlossen. Eine zweite Serie von Flugtests ist für diesen Sommer vorgesehen. Bis heute hat das PW812D mehr als 200 Stunden in der Luft verbracht und mehr als 1600 Betriebsstunden am Boden absolviert.

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Die Erprobung der PW812D-Triebwerke von Pratt & Whitney Canada liegt ebenfalls im Zeitplan.

Regelbetrieb nach Corona-Pause

Die Produktion im Werk in Bordeaux-Merignac, Frankreich, hat sich nach einer Unterbrechung aufgrund der Covid-19-Krise wieder normalisiert, teilt Dassault mit. Das Unternehmen nutzte die Zeit, um sicherere Verfahren in der Produktion mit kleineren Teams zu entwickeln, die nun wieder in zwei Schichten arbeiten.

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Im Werk in Bordeaux-Merignac ist die Produktion nach einer Corona-Zwangspause wieder angelaufen.

Eric Trappier, Chairman und CEO von Dassault Aviation, sagte: "Die termingerechte Markteinführung der Falcon 6X hat für das Unternehmen höchste Priorität. Unsere Planungs- und Produktionsmitarbeiter haben die Verfahren mit Sorgfalt und Einfallsreichtum an die neuen Hygienerichtlinien angepasst, um einen reibungslosen Ablauf dieses Programms zu gewährleisten. Auch unsere Zulieferer haben außerordentliche Anstrengungen unternommen, um uns zu unterstützen. Dafür sind wir ihnen allen dankbar."