Vom 22. bis 25. April ist die Messe Friedrichshafen einmal mehr Treffpunkt für Piloten, Hersteller und Betrieben aus Allgemeiner Luftfahrt, Business Aviation und Luftsport. Und auch in diesem Jahr ist es möglich, die AERO als Branchenleitmesse mit dem eigenen Flugzeug oder Hubschrauber zu besuchen.
Im Laufe der Jahre haben die Verantwortlichen des AERO-Veranstalters fairnamic, des Flughafens Friedrichshafen, der Flugsicherung und der Sicherheitsbehörden das kurz nach Einführung massiv kritisierte System zur Slotvergabe mehrfach überarbeitet und in Details angepasst, damit Slots, die nicht genutzt werden, schnell neu vergeben werden können. Die Zahl der zur Verfügung stehenden Slots bleibt genauso hoch wie im vorherigen Jahr.
Interessenten für einen An- und Abflugslot während der Messetage können sich ab sofort über das Online-Buchungssystem vorab registrieren. Sie werden dann ab Mitte März blockweise vom Buchungssystem automatisch informiert, dass sie die verbindlich vorgeschriebenen An- und Abflug-Zeitfenster für die Messezeit buchen und bezahlen können. "Dank der Vorabregistrierung im Buchungssystem wird eine faire Verteilung der vorhandenen Slots gewährleistet", heißt es in einer Pressmitteilung der AERO. Über das System kann ein User seine Daten und seine Slots ändern. Im Pilotenpaket für anfliegende Flugzeuge ist wie in den Vorjahren wieder ein Messe-Tagesticket enthalten.
Die Preise bleiben happig
Bei der Slotbuchung wird der Crew die Slotreservierungsgebühr von 42 Euro berechnet. Alle weiteren Leistungen wie Landeentgelte sowie Handling- und Abstellgebühren werden nach der Messe in Rechnung gestellt. Alle Änderungen, die der Pilot bis zum Abflug durchführt und eine Auswirkung auf das zu bezahlende Entgelt haben, werden somit einmalig und transparent abgerechnet.
Was die AERO-Pressemitteilung – wohl aus gutem Grund – ausspart, sind die Beträge, die tatsächlich für den Messebesuch auf dem Luftweg anfallen. Denn die sind nach wie vor happig. Für Flugzeuge bis zwei Tonnen werden wie im Vorjahr 91 Euro Lande- und Handlinggebühr und 37 Euro Abstellgebühr fällig, macht inklusive Slotgebühr insgesamt 170 Euro. Zum Vergleich: Jenseits der Messetage fallen für Flugzeuge zwischen 1,2 und 2 Tonnen 21 Euro Lande- und 15 Euro Abstellgebühr an, dazu kommt ein Abfertigungsentgelt von 10,40 Euro, insgesamt 46,40 Euro. Piloten müssen sich also fragen, ob ihnen der Spaß, selbst nach Friedrichshafen zu fliegen, einen AERO-Aufschlag von gut 123 Euro wert ist. Lediglich die Landegebühren für Flugzeuge zwischen zwei und drei Tonnen wurden im Vergleich zu 2025 von 132 auf 128 Euro gesenkt. Für Muster von drei bis vier Tonnen sind mit 170 Euro nun 13 Euro mehr fällig.
Nicht ohne administrativen Aufwand
Wer in Friedrichshafen landet, muss mit den Zwängen eines Verkehrsflughafens mit Sicherheitsbereich klar kommen. Heißt: Der Shuttle-Transfer vom Flugzeug zum AERO-Eingang ist zwingend zu nutzen. Vor dem Abflug erfolgt am Crew-Zelt eine Lizenzkontrolle, außerdem wird überprüft, ob die Passagiere vorab angemeldet wurden. Passagieren ohne Begleitung durch den Piloten wird der Zutritt auf das Flughafengelände verwehrt, damit keine unbefugten Personen das Airport-Gelände betreten und Zugänge für Behörden und den Flughafen nachvollziehbar bleiben.
"Wir wissen, dass Slots ein emotionales Thema sind", sagte AERO-Projektleiter Tobias Bretzel. Das aktuelle Vergabeverfahren ist kundenfreundlich und hat sich in den beiden vergangenen Jahren bewährt, da es eine optimale Nutzung der zur Verfügung stehenden Slots gewährleistet. Sicherheit und Kundenorientierung stehen bei uns an oberster Stelle."
Alternativen zu Friedrichshafen
Wie in den Vorjahren gibt es die Möglichkeit, auch auf umliegenden Flugplätzen zu landen. Die Segelfliegergruppe Markdorf ist einmal mehr Partner der AERO und stellt das ihr Segelfluggelände als UL-Flugplatz zur Verfügung. E-Klasse-Flugzeuge und Motorsegler sind auf dem Gelände nicht zugelassen! Der Anflug auf Markdorf ist nur mit PPR möglich. Eine Anmeldung muss über die Website www.SFG-Markdorf.de erfolgen. Piloten müssen indes beachten, dass es in Markdorf keine Zollabfertigung und keine Kraftstoffe gibt.
Weitere Flugplätze mit Shuttle-Angeboten zur Messe sind der Regio-Airport Mengen (EDTM) und Leutkirch (EDNL) sowie Konstanz (EDTZ), letzterer kann bequem via Katamaranfähre erreicht werden, wofür die Messe spezielle Kombitickets anbietet. Zudem bietet sich auch der nördlich gelegene Flugplatz Biberach (EDMB) als Landeplatz an, um dann mit der Bahn bis zur Haltestelle Flughafen Friedrichshafen zu gelangen.





