Project Martin - First flight using synthetic aviation fuel RAF

Rotax läuft mit synthetischem Kraftstoff

Emissionsfreie Antriebstechnologie Rotax läuft mit synthetischem Kraftstoff

Zum ersten Mal ist ein Ultraleichtflugzeug mit Rotax-Antrieb und synthetischem Kraftstoff geflogen. Initiatoren des Projekts sind der britische Vertriebspartner von BRP-Rotax CFS Aeroproducts Ltd und die britische Royal Air Force.

Der österreichische Motorenbauer BRP-Rotax hat in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, dass die britischen Royal Air Force (RAF) den weltweit ersten Flug mit einem Rotax-Antrieb und 100 Prozent synthetischem Kraftstoff durchgeführt hat. Bereits am 2. November dieses Jahres war in Großbritannien ein Ultraleichtflugzeug des Typs Comco Ikarus C42 mit Rotax 912 UL und synthetischem Kraftstoff geflogen. Dieser war von Zero Petroleum/CFS Aeroproducts Ltd, dem britischen Vertriebspartner und autorisierten Servicezentrum für Rotax-Flugmotoren, ausgiebig getestet worden.

Gleiche Leistung, längere Lebensdauer des Motors

Bei den umfangreichen Tests wurde festgestellt, dass der Rotax-Motor mit synthetischem Kraftstoff die gleiche Leistung erbringt wie ein mit fossilen Kraftstoffen betriebener Motor, allerdings bei niedrigeren Temperaturen, was darauf hindeutet, dass der synthetische Kraftstoff sogar die Lebensdauer des Motors verlängern und gleichzeitig die Kohlenstoffemissionen verringern könnte. Vertreter von CFS Aeroproducts und Zero Petroleum erklärten, dass die Leistungs- und Drehmomentkurven zwischen dem ZERO SynAvGas genannten Kraftstoff und dem fossilen UL91-Kraftstoff sehr ähnlich seien. Der synthetische Treibstoff könnte außerdem bis zu 90 Prozent Kohlenstoff pro Flug einsparen. "Wir sind stolz darauf, an diesem Weltrekordflug beteiligt zu sei", sagte Peter Oelsinger, General Manager bei BRP-Rotax und Mitglied der Geschäftsleitung. "Die Multi-Fuel-Fähigkeit unserer Flugmotoren, die mit bleifreiem, verbleitem MOGAS- oder AVGAS-Kraftstoff betrieben werden können, ist die perfekte Ergänzung für ein innovatives Projekt wie dieses", betonte er.

Netto-Null-Emissionen als Ziel der RAF

Die Innovation, die hinter dem mit synthetischem Treibstoff betriebenen Flug steht, stammt aus dem Projekt MARTIN der RAF, das im Juni vom Rapid Capabilities Office initiiert wurde. Jeremy Quin, Minister für das Beschaffungswesen im Verteidigungsministerium, bezeichnete den Flug als "eine Weltneuheit, die die Entschlossenheit der britischen Streitkräfte unter Beweis stellt, kreative Ideen zum Thema Netto-Null-Emissionen voranzutreiben und gleichzeitig ihre operativen Verpflichtungen zu erfüllen." Die RAF macht sich diese Innovation zunutze und arbeitet auf das Ziel der Regierung hin, bis 2050 keine Emissionen mehr zu verursachen. Sie hat sich intern das Ziel gesetzt, bis 2040 eine Netto-Null-Truppe zu werden und bis 2025 ihren ersten Netto-Null-Luftwaffenstützpunkt zu errichten.

Keine Änderung am Motor notwendig

Das Benzin wurde auf den Orkney-Inseln hergestellt, indem Wasserstoff aus Wasser und Kohlenstoff aus atmosphärischem Kohlendioxid extrahiert und diese Bestandteile mit Hilfe der vor Ort erzeugten Wind-, Gezeiten- und Wellenenergie kombiniert wurden. Dieses Verfahren kann auch zur Herstellung einer Reihe von "Drop-in"-Kraftstoffen verwendet werden, die als Ersatz für fossile Flugkraftstoffe dienen und keine Änderung am Motor notwendig machen. Paddy Lowe, Chief Operating Officer von Zero Petroleum, erklärte, dass das synthetische Benzin in nur fünf Monaten entwickelt worden sei und dennoch erfolgreich funktioniere, ohne dass das Flugzeug oder der Motor verändert werden müssten.

Zur Startseite
Motorflug Motorflug Meilenstein bei Garmin Garmin feiert 25.000 ausgelieferte Cockpits

Der Avionik-Hersteller Garmin hat 25 000 Cockpits an Kunden übergeben.