FAA gibt bleifreies Benzin für die GA frei Samuel Pichlmaier

FAA gibt bleifreies Benzin für die GA frei

Kraftstoffe FAA gibt bleifreies Benzin für die GA frei

In einer ergänzenden Zulassung hat die FAA den Einsatz von bleifreiem Benzin in der Allgemeinen Luftfahrt erlaubt. Vertreter der Branche begrüßen den Schritt.

Die US-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA unterzeichnete am 1. September eine ergänzende Musterzulassungen, die es erlauben, den bleifreien 100-Oktan-Kraftstoff (G100UL) der General Aviation Modifications Inc. in allen Ottomotoren der Allgemeinen Luftfahrt und in allen von diesen Motoren angetriebenen Flugzeugzellen zu verwenden. Dies wurde von der Branche als wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer bleifreien Zukunft der Allgemeinen Luftfahrt begrüßt.

Zulassung gilt für alle Kolbenflugzeuge

Die Genehmigung der FAA für die Verwendung von G100UL-Kraftstoff in allen Kolbenflugzeugen erfüllt ein langjähriges Ziel. Die Zulassung gilt für die gesamte Kolbenflugzeugflotte der Allgemeinen Luftfahrt.

"Ich bin stolz auf GAMI, das Branchenteam und die FAA, dass sie über einen langen Zeitraum hinweg beharrlich waren und einen Kraftstoff gefunden haben, den die FAA als praktikable Alternative zu bleiarmen Kraftstoffen anerkannt hat", sagte AOPA-Präsident Mark Baker. Es sei wichtig, Lösungen für ein Problem zu finden, das die Allgemeine Luftfahrt seit den siebziger Jahren plage, betonte Baker. "Das ist eine große Sache", fügte Baker hinzu. Es gebe aber noch eine Menge Arbeit zu tun.

Im Jahr 2021 genehmigte die FAA STCs für GAMI für eine kleinere Anzahl von Cessna 172-Motoren und -Zellen und erweiterte dann die Liste der zugelassenen Modelle (AML), um im Wesentlichen alle Kombinationen von Motoren und Zellen mit geringerer Kompression einzubeziehen. Obwohl dies als ermutigender Schritt auf dem jahrelangen Weg zur Versorgung der Kolbenflugzeugflotte mit bleifreiem Flugbenzin angesehen wurde, umfassten die STCs keine Flugzeuge, die den höheroktanigen Kraftstoff benötigen, der 60 bis 70 Prozent des Avgasverbrauchs ausmacht. Die jüngste Ankündigung der FAA geht auf die Bedürfnisse dieser höher verdichteten Motoren ein.

George Braly, Mitbegründer von GAMI, sagte: "Dies ist ein großer Tag für die Branche. Für viele bedeutet dies, dass eine Erleichterung in Sicht ist. Und es bedeutet außerdem, dass unsere Industrie in der Lage sein wird, in die Zukunft zu gehen und die wesentliche Infrastruktur für dieses Land bereitzustellen." Braly dankte der AOPA und der GA-Gemeinschaft für ihre Unterstützung während dieses langen Prozesses. "Ohne sie hätten wir das nicht geschafft", betonte er.

Verfügbarkeit noch ungewiss

Wann G100UL an den Flugplätzen verfügbar sein wird, ist noch ungewiss. "Es wird eine Weile dauern, bis die Infrastruktur, einschließlich Herstellung und Vertrieb, aufgebaut ist", so Braly. "Zu Beginn werden die Mittel begrenzt sein, aber sie können schnell erhöht werden", ergänzte er.

Die AOPA wird außerdem eine bestimmte Menge bleifreier Kraftstoffe für ihre Kolbenflugzeugflotte kaufen, die sie für den Flugverkehr und die Flugausbildung einsetzt, um ihren Mitgliedern zu zeigen, dass sie volles Vertrauen in die Zulassungswege und -verfahren der FAA hat.

Die Kosten für den Treibstoff stehen noch nicht fest. Der Treibstoff wird aber aufgrund des Produktionsprozesses in kleinen Chargen zunächst mehr kosten als verbleites Avgas. "Kleine Chargen kosten mehr Geld", sagte Braly. "Bis wir die Produktion soweit hochgefahren haben, dass wir Millionen von Litern auf einmal herstellen können, werden zusätzliche Kosten entstehen." Die Piloten in den USA würden aber nicht das bezahlen, was man heute in Europa für Avgas bezahlen muss.

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