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Augmented Reality

Hubschraubereinsätze bei schlechter Sicht

Ein neues Helmsichtgerät, das eine Forschungsgruppe der Technischen Universität München entwickelt hat, kann Hubschrauberpiloten künftig helfen, auch bei extrem schlechter Sicht Hindernisse frühzeitig wahrzunehmen. Die werden in eine Datenbrille eingespielt.

Bei schlechtem Wetter ist die Gefahr groß, dass bei Tiefflügen mit Hubschraubern Baukräne, eine Stromleitung oder terrestrische Hindernisse zu spät erkannt werden. Mit dem Head-Mounted-Display der TU München, einer am Kopf befestigten Datenbrille, die digitale Zusatzinformationen einblendet, erkennt der Pilot auch im dichten Nebel rechtzeitig die Hindernisse und kann sie umfliegen.

Noch ist die neue Technik der TU München im Entwicklungstadium: Das Alpenvorland ist eine Projektion und die neue  Hubschraubertechnologie steckt in einem Flugsimulator. "Unser Ziel ist es, die Sicherheit durch Augmented Reality zu erhöhen", erklärt Franz Viertler vom Forschungsteam der TU München. Zusammen mit seinen Kollegen hat er die Software entwickelt, die Geländeinformationen mit Sensormessungen kombiniert, die während eines Fluges gemacht werden können. Besonders bewährt habe sich hier Light Detection and Ranging, kurz LIDAR. Messgeräte, die an den Kufen des Hubschraubers angebracht werden können, emittieren Strahlung im Mikrometer-Bereich und fangen die von Hindernissen reflektieren Wellen wieder auf.

Alle Daten werden an Bord verarbeitet und direkt in die transparente Datenbrille projiziert. Auf diese Weise sieht der Pilot auch die digital erzeugten Umrisse von Landschaft und Hindernissen. Zudem lassen sich die Flugdaten wie Geschwindigkeit, Höhe, Lage und Kurs einblenden. Ein Head-Tracking-System sorgt dafür, dass sich die Projektionen an die jeweilige Blickrichtung des Piloten anpassen – abhängig davon, ob er nach vorne, nach unten oder seitlich aus dem Cockpit blickt.

In einer Studie mit 16 professionellen Hubschrauberpiloten wurde das neue Head-Mounted-Display während verschiedener Simulator-Flüge getestet. Bis die Piloten in der täglichen Praxis davon profitieren, wird allerdings noch einige Zeit vergehen: Die Erfassung, Auswertung und Projektion der Daten muss jetzt erst einmal in Forschungshubschraubern erprobt werden.

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