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UL-Höhenrekordflug über den Anden

Tecnams P 92 erobert den Aconcagua

Flüge jenseits von 20.000 Fuß sind in der Regel Flugzeugen vorbehalten, die entsprechend ausgerüstet sind. Der argentinische Tecnam-Dealer Mario Cardama wagte jetzt mit einem UL P92 einen echten Höhenflug. In 22840 Fuß überflog er den Gipfel des höchsten Berges Amerikas.

Der Argentinier Mario Cardama ist ein sehr ambitionierter Pilot. Schon lange träumt er davon, den 6962 Meter hohen Aconcagua zu überfliegen. Der Andengipfel, er liegt in der provinz Medoza, im Grenzgebiet zu Chile, ist der höchste Berg des amerikanischen Doppelkontinents und nimmt Rang 188 in der Welt ein. Alle 187 höheren Berge befinden sich in Asien.

Ende Mai sind die Flugbedingungen am Fuße der argentinischen Anden so gut, dass Cardama den Flug mit dem Spornrad-UL P92 wagen kann - nach vielen Monaten intensiver Vorbereitung. Der italienische Tecnam-Zweisitzer wird von einem Rotax 914-Motor angetrieben, also einem Kolbenmotor, der für Höhen wie die geplante eigentlich nicht ganz so optimal ist.

Am Morgen des 24. Mai startet Cardama gegen 9 Uhr Ortszeit auf dem Flughafen von Mendoza. Sein erstes Ziel ist der auf 2100 Fuß gelegenegen Flugplatz San Martin. Dort trifft er zwei befreundete Piloten, die ihn mit einer zweiten Maschine ein Stück des Weges begleiten, um als Relais für die Funkverbindungen zu agieren, und um Wetterentwicklungen zu beobachten.

Am Mittag erfolgt der Start der beiden Flugzeuge in San Martin. Mit Westkurs steigen sie kontinuierlich. Am Cordon del Plata erreichen sie 10.000 Fuß. Dort trennen sie sich, und Cardama fliegt allein weiter Richtung Aconcagua. Als er die Höhe von 12.000 Fuß pasiert, erblickt er den imposanten Berg in all seinen majestätischen Ausmaßen.

Die P92 fiegt indes sauber und ohne Beanstandung des Piloten. Nun ist auch der Gebrauch von Sauerstoff erforderlich; der Pilot aktiviert die Anlage und beobachtet seine körperlichen Reaktionen sehr genau.

Er entscheidet sich dann, das Tal vor dem Berg Richtung Norden zu queren und seinen Kurs direkt Richtung Gipfel zu setzen. Als er dem Berg schon sehr nahe ist,  erreicht er 18.000 Fuß, aber jetzt folgt der schwierigste Teil, noch 4840 Fuß müssen die P92 uned Cardama weiter steigen, um den Gipfel auch wirklich sicher überfliegen zu können.

Unterwegs zum Anden-Gipfel: Mario Cardama in seiner P92. Foto und Copyright: Tecnam

Die ersten negativen Begleiterscheinungen des Fluges machen sich bemerkbar: Ihm ist kalt und zwei seiner drei Kameras, die außen am Flugzeug installiert worden waren, quittieren ansgesichts der Kälte ihren Dienst.

Aber das Flugzeug bleibt davon unbeeindruckt und als 20.000 Fuß erreicht sind, fühlt sich der Pilot auch erheblich besser. Unter Vermeidung von allzu starken Turbulenzen, fliegt er einige Kreise und erreicht schließlich den Gipfel: 22840 Fuß ( 6962 Meter). Ein unbeschreiblicher Glücksmoment, wie er selbst sagt, kaum wirklich zu realisieren. Und dabei bemerkt er so ganz nebenbei, dass das Flugzeug damit sein Limit noch gar nicht erreicht hat.

Da er aber realistisch genug ist zu erkennen, dass er sich als Pilot kurz vor Erreichen des Limit befindet, belässt er es bei einigen Runden um den Gipfel, und hält unterschieldliche Perskpektiven mit seiner Handkamera fest.

Er funkt seine Freunde, an, die mit dem zweiten Flugzeug in niedrigeren Höhen kreisen, und berichtet mit andächtiger Stimme von seiner erfolgreichen Mission. Dann beginnt er mit dem Sinkflug. Auf 24.000 Fuß erhöht Cardama kurzzeitig die Drehzahl des Rotax-Motors vorsichtig. Alle Parameter bleiben im grünen Bereich.

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