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Im Alter von 79 Jahren gestorben

Abschied von Otto Funk

Otto Funk ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Viele Konstruktionen des Pfälzers waren wegweisend. Sein Name hat insbesondere in der Geschichte der UL-Fliegerei einen festen Platz gefunden.

An der Universität Karlsruhe studierte Otto Funk Maschinenbau, als der Motorflug im Nachkriegsdeutschland noch tabu war. Mit dem Doppelraab machte er in den 1950er Jahren die ersten Hüpfer.

Ein Glücksfall waren Otto Funks Kontakte nach Speyer: Heinkel wollte dort wieder Flugzeuge bauen. Funks Einstieg in die Luftfahrt war damit perfekt. Der Hochschulabsolvent arbeitete in Speyer, wechselte zeitweilig zu anderen Unternehmen, ging für eine Weile nach Toulouse und beteiligte sich an Projekten der Luftwaffe. Und er konstruierte Segelflugzeuge. Dem Greif Ia und Ib (FK 1) folgten der Greif 2 und 1968 das Metallsegelflugzeug FK 3.

Die FK 3 gilt bis heute als Vorläuferin der modernen Segelflugzeuggeneration. Das Muster war in Metall-Kunststoff-Gemischtbauweise gefertigt und stellte mit exzellenten Gleiteigendamals alles bisher dagewesen in den Schatten.

Otto Funk (rechts) zusammen mit seinem Sohn Peter, der ebenfalls ein leidenschaftlicher Flugzeugkonstrukteur ist. Foto und Copyright: Funk

Ins Schwärmen geriet Otto Funk stets dann, wenn er über seine Zeit als Ausbildungsleiter in der Lehrwerkstatt von Heinkel – später MBB und DASA – erzählte. „Projektbezogene Ausbildung“ ist ein Stichwort, das während eines Interviews mit dem aerokurier im Jahr 2006 immer wieder fiel. Für die Schützlinge hieß das: ein Flugzeug von A bis Z bauen und einen praktischen Einblick in die Fliegerei bekommen. Hier hatte Funk alle Möglichkeiten, seine Visionen Wirklichkeit werden zu lassen.

Mit der FK 6 setzte er 1985 Maßstäbe in der jungen UL-Klasse, und mit der ersten Generation des ultraleichten Kabinenflugzeugs FK 9 läutete Otto Funk gemeinsam mit Sohn Peter Ende der 80er Jahre gar eine kleine Revolution ein. Kreativität bewies er auch 1997 mit der FK 11: Ein UL mit zentralem Wankelmotor und zwei seitlich angeordneten Druckpropellern.

Später brachte Otto Funk dem smart-Motor das Fliegen bei, den er mit großem Eifer vermarktete. In seiner Flugschule am Flugplatz Speyer hielt er bis zuletzt die Fäden in der Hand. Mehr als 2500 Stunden ist Otto Funk geflogen. Nun ist er zu seinem letzten Flug gestartet.

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