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25 Jahre Mauerfall

Ein Jubiläum auch für UL-Piloten

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Mit der Grenzöffnung zwischen Ost und West wurde vor einem Vierteljahrhundert das Ende der DDR eingeläutet. Dies ist bekannt und in diesem Jahr Anlass für manche Gedenkveranstaltung. Dass die DDR aber noch kurz vor ihrem Ende im Sommer 1989 überraschend das Drachen-, Gleitschirm- und Ultraleichtfliegen erlaubte, wissen nur wenige.

Dabei hatte es im Herbst 1974, als das Drachenfliegen weltweit zum Trendsport avancierte, zunächst günstig für die Zulassung ausgesehen. Der Aeroclub der DDR wollte damals mit Unterstützung aus Polen sogar einen eigenen Drachen bauen und testen. Weil es aber schon bald motorisierte Geräte gab, fürchtete vor allem die Stasi die neuen Fluchtmöglichkeiten auf dem Luftweg und sorgte dafür, dass 1980 das Herstellen und Fliegen mit Hängegleitern verboten wurde – eine weltweit einmalige Maßnahme.

Kurioserweise war es zehn Jahre später wiederum die Stasi, die nun die Freigabe des Drachenfliegens befürwortete. An der grundsätzlichen Einschätzung als Fluchtmöglichkeit hatte sich zwar nichts geändert, aber weil man den Sport in allen sozialistischen Ländern betrieb und sogar förderte, fühlte sich das Ministerium nicht in der Lage, die wenigen DDR-Piloten, die im Ausland flogen, effektiv zu kontrollieren. Zudem scheute die Stasi den internationalen Imageverlust bei der Verfolgung und Kriminalisierung ihrer Luftsportler.

Flugverbot wurde im August 1989 gekippt

Dass das Flugverbot im August 1989 tatsächlich gekippt wurde, ist nicht nur den politischen Umständen, sondern auch mutigen Piloten zu verdanken. Unter ihnen war es vor allem Siegfried Stolle, der sich unerschrocken für die Zulassung einsetzte. Auch dem Leiter des Flug- und Fallschirmsports der DDR, dem in der Sowjetunion ausgebildeten Kosmonauten Eberhard Köllner, gebührt Anerkennung für sein positives Wirken innerhalb der Gesellschaft für Sport und Technik (GST). Nun konnten die in Tschechien und Polen versteckten Fluggeräte in die DDR zurückgeholt und geflogen werden.

Der Ballenstedter Peter Eckstein nutzte sein Trike zum Beispiel schon im Dezember 1989 zu Hause am Harz. Karl-Heinz Heptner aus Berlin erhielt sein von der Stasi beschlagnahmtes UL sogar zurück. Man hatte es im Traditionskabinett des Ministeriums für Staatssicherheit als Trophäe ausgestellt. Doch die staatlichen Legalisierungsbemühungen kamen letztlich zu spät: Beim gesamtdeutschen Anfliegen am 3. März 1990 in Laucha war die DDR schon beinahe Geschichte.

Weitere Details sind nachzulesen Claus Gerhards Buch „Der begrenze Himmel“. Es ist 368 Seiten stark, kostet 24 Euro und ist im Berliner Metropol-Verlag erschienen (ISBN: 978-3-86331-008-0).

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