09.10.2018
aerokurier

SimulatorG1000 für Zuhause

Wer ein modernes EFIS beherrschen will, kommt um intensives Training am Boden nicht herum. Mit dem Simulator von Dominic Kockzius kann man sich Garmins Bestseller G1000 nach Hause holen und nahezu alle Szenarien realitätsnah durchspielen.

G1000-Simulator

Dominic Kockzius an seinem G1000-Simulator. Foto und Copyright: Lars Reinhold  

 

Zwei Monitore, eingefasst von allerhand Knöpfen und Drehreglern: Was Dominic Kockzius im Schulungsraum der BWLV-Motorflugschule auf dem Flugplatz Hahnweide dem aerokurier präsentiert, sieht aus wie ein G1000, bedient sich wie ein G1000 und hat nahezu alle Funktionen eines G1000. Allerdings ist die Technik nicht im Panel eines Flugzeugs verbaut, sondern in einem stabilen Gehäuse mit Tragegriff. Es handelt sich bei den Monitoren auch nicht um die Ausgabegeräte der je nach Version mehrere zehntausend Euro teuren Originalrechner, sondern um zwei iPads, die über WLAN miteinander verbunden sind und von den passenden Bedienteilen umrahmt werden, mit denen sie via Bluetooth kommunizieren. Für Leben auf den Displays sorgt eine G1000-Simulationssoftware.

„Ich habe vor einiger Zeit bei meiner Flugschule angefragt, wie ich mich in die Bedienung des Garmin G1000 einarbeiten kann“, beginnt Dominic Kockzius, der seit 2012 PPL-Pilot mit NVFR-Berechtigung ist, den Ausgangspunkt für seine Entwicklung zu erklären. „Da gab es aber nur zwei Möglichkeiten: das 600 Seiten starke Handbuch lesen und es theoretisch üben, oder sich zusätzlich am Boden in den Flieger setzen und es am Objekt durchgehen. Wirklich sinnvoll ist nur Letzteres, was aber den Nachteil hat, dass ohne Ground Power die Batterie nach einer halben Stunde leer ist. Nicht zu vergessen, dass sich bei stehendem Flugzeug auf den Monitoren nichts bewegt. Bei manchen Flugzeugen läuft bei eingeschaltetem Master Switch sogar der Betriebsstundenzähler, sodass auch das Trockentraining richtig ins Geld geht.“

Die Simulationssoftware auf dem iPad könne zwar ganze Flüge durchspielen, habe aber auch einen gewaltigen Nachteil, erklärt Kockzius. „Die Bedienung über den Touchscreen ist fummelig, zum Handgriffe-Trainieren taugt das nicht.“
Für den im Bereich Prototyping tätigen Tüftler kommt nur eine Lösung in Betracht: der Aufbau eines kompletten Panels mit
Bedienframe und Bildschirmen, die mitsamt der notwendigen Netzwerktechnik und einer Stromversorgung in einem transportablen Case untergebracht sind.

Ein Tool für Flugschulen, Fluglehrer und Vereine

„Die Nutzung von iPads mit Wechselrahmen hat den Vorteil, dass man die Tablets auch einfach rausnehmen und für andere Zwecke verwenden kann, also kein totes Kapital produziert.“ Auf den iPads läuft die Simionic-Software, auch die Bedienframes kommen von dem chinesischen Anbieter. Das System funktioniert, und sogar IFR-Piloten, die den Simulator an diesem Tag ausprobieren können, sind von der Realitätsnähe, die die Konstruktion bietet, begeistert.

Mit dem Simulator hat Dominic Kockzius vor allem große Motorflugvereine, Flugschulen und freiberufliche Fluglehrer, die damit
an verschiedenen Plätzen Ground Courses geben können, im Auge. „Privat schafft sich wahrscheinlich kaum einer so ein Gerät an, wenngleich mein Ziel ist, es in der höchsten Ausbaustufe für unter 5000 Euro anbieten zu können.“ Mit der Absicherung der rechtlichen Seite hat Kockzius einen Patentanwalt beauftragt, und der hat grünes Licht gegeben. „Man kann laut Anwalt nur auf Geräte und Software an sich Patentschutz beantragen, nicht aber auf die Art der Bedienung. So ist eine Nachprogrammierung für Simulationszwecke rechtlich kein Problem“, sagt Kockzius. Interessenten können über die Website efisim.de Kontakt mit dem Konstrukteur aufnehmen.




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