01.11.2014
Erschienen in: 11/ 2012 aerokurier

Reifenluftdruck (Teil 2) Prüfung der Reifen

Praxis Reifen

Bedenken sollte man, dass der Reifen auf Wechsel der Umgebungstemperatur reagiert. Das wird dann besonders wichtig, wenn der Flug in eine andere Klimazone führt. © Foto: Frank Herzog  

 

IN DIESEM ARTIKEL

Die tägliche Prüfung, wie sie die Reifenhersteller empfehlen, ist in der Praxis wohl wenig realistisch. Sollte aber der Verdacht aufkommen, dass etwas mit dem Reifen nicht stimmt, verschafft die protokollierte Kontrolle an mehreren aufeinander folgenden Tagen einen Überblick über den Druck-verlust. Wenn der Reifen routinemäßig in 24 Stunden mehr als fünf Prozent verliert, ist eine eingehendere Ursachenforschung angesagt.

Bedenken sollte man, dass der Reifen auf Wechsel der Umgebungstemperatur reagiert. Das wird dann besonders wichtig, wenn der Flug in eine andere Klimazone führt, wo eine Bodentemperatur herrscht, die um 27 Grad Celsius oder mehr von dem Startplatz abweicht. Dann sollte der Druck vorher angepasst werden in Richtung des Minimalwerts für das Ausgangsgebiet. In der anderen Klimazone sollte der Druck wiederum angepasst werden, wenn sich die Reifen an die Temperaturen dort gewöhnt haben. Bei der Rückreise geht es dann umgekehrt.

Der Reifenhersteller Goodyear sagt in seinem „Aircraft Tire Care“-Handbuch, dass eine Veränderung in der Umgebungstemperatur um drei Grad Celsius eine Veränderung des Reifendrucks um ein Prozent zur Folge hat.

Goodyear sagt auch, dass man neu montierte Schlauchreifen während der ersten Woche ganz besonders im Auge behalten sollte. Denn es könnte sein, dass während der Montage Luft zwischen Schlauch und Reifeninnenseite eingefangen wurde, die nun nach und nach entweicht und einen zu niedrigen Luftdruck zurücklässt.

Vorsicht ist aufgrund des hohen Drucks im Flugzeugreifen angesagt, wenn eingedrungene Fremdkörper oder große Schnittstellen untersucht werden. Im Zweifelsfall besser die Stelle markieren und vor der Untersuchung die Luft ablassen.

Flugzeugreifen sind deswegen auch gefährdeter gegenüber scharfkantigen Gegenständen und Schlaglöchern. Beim Rollen heißt es daher, nach solchen Stolperfallen Ausschau halten. Die Reifen danken es außerdem mit längerer Lebensdauer, wenn nicht übermäßig schnell gerollt wird und die Kurven nicht zu eng genommen werden.

Auch wenn es heißt „Wir wollen fliegen und nicht fahren“: Die Reifen sollen uns sicher in die Luft und auf den Boden bringen. Etwas Aufmerksamkeit haben sie verdient.

aerokurier Ausgabe 11/2012
      


WEITER ZU SEITE 1: Praxis Reifen Reifendruck

    1 | 2 | 



  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

aerokurier 11/2017

aerokurier
11/2017
25.10.2017

Abonnements
Digitalabo
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Schöngleina im Oldtimer-Fieber
- Pilot Report: Pipistrel Virus SW 121
- Jan Hagmann gewinnt Young Pilot Award
- Reportage: Flugbetrieb auf dem Eis
- Segelflug-EM in Lasham

Gebrauchtflugzeuge, Luftfahrtzubehör, Reiseangebote und vieles mehr:

aerokurier Online-Markt