01.04.2017
Erschienen in: 03/ 2017 aerokurier

Praxis-TippLuftfahrtversicherungen: Finanzielle Leibwächter

Luftfahrtversicherungen dienen der persönlichen Absicherung von Piloten. Wir erklären Ihnen, was sie beim Abschluss eine Luftfahrtversicherung beachten müssen.

ae 03-2017 Luftfahrtversicherungen (01)

Ein solcher Unfall kann bleibende Schäden hinterlassen. Kann ein Privatpilot deshalb seinen Beruf nicht mehr ausüben, leistet die Berufsunfähigkeitsversicherung. Foto und Copyright: Matthias Bein, dpa  

 

IN DIESEM ARTIKEL

Die gesetzliche Unfallversicherung bietet Arbeitnehmern, Schülern und Studenten Versicherungsschutz bei Arbeits- und Wegeunfällen sowie Berufskrankheiten. Eine private Unfallversicherung leistet dann, wenn eine Person durch ein „plötzlich von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis“ unfreiwillig verletzt oder getötet wird. Sie greift in der Freizeit, beispielsweise beim Fahrradfahren oder Wandern, genauso wie bei einem Verkehrsunfall oder einem Unfall im Haushalt und auch bei einem beruflich bedingten Unfall. Das aktive Flugrisiko als Pilot ist bei einer privaten Unfallversicherung in der Regel ausgeschlossen, nur das Risiko als Fluggast ist üblicherweise mitversichert.

Es gibt zwei Möglichkeiten, sich als Pilot persönlich gegen Unfälle abzusichern: Über eine namentliche Luftfahrt-Unfallversicherung oder eine sogenannte 24-Stunden-Deckung. Erstere gewährt dann Versicherungsschutz, wenn der Unfall während des Fliegens oder beim Besteigen oder Verlassen des Luftfahrzeugs passiert. Letztere beinhaltet zusätzlich den Deckungsumfang der oben beschriebenen privaten Unfallversicherung, gilt also für Unfälle bei der Arbeit, in der Freizeit und beim Fliegen.

In der Unfallversicherung können eine Invaliditätsleistung, eine Todesfallleistung und eventuell ein Unfall-oder Krankenhaustagegeld vereinbart werden.
 
körperlichen Beeinträchtigung aufgrund eines Unfalls fällig. Sie richtet sich nach der Schwere der Verletzung, die von einem Arzt festgestellt werden muss. Die Invaliditätsgrade sind in einer sogenannten „Gliedertaxe“ verbindlich festgelegt. Bei einem Invaliditätsgrad von 50 Prozent – das bedeutet beispielsweise, dass man auf einem Auge nicht mehr sehen kann – besteht Anspruch auf 50 Prozent der vereinbarten Invaliditätsleistung. Bei einer Versicherungssumme von 100 000 Euro sind das 50 000 Euro.
Um im Falle einer schwereren Verletzung auch eine entsprechend höhere Leistung zu erhalten, kann man eine Progression vereinbaren. Diese steigt üblicherweise mit der Schwere der Verletzungen stärker an. In oben genanntem Fall – dem Verlust eines Augenlichts –könnte dies etwa die eineinhalbfache Leistung bedeuten, also 75 000 Euro bei 50 Prozent Invalidität. Die vereinbarte Todesfallleistung wird bei Tod durch einen Unfall ausgezahlt. Diese Summe können die Angehörigen beispielsweise auch für die Beerdigungskosten nutzen.

Ein wichtiger Baustein der Luftfahrt-Unfallversicherung sind die Bergungskosten. Wenn ein Segelflugpilot in den Bergen oder anderem unwegsamem Gelände verunglückt, stellt die Bergwacht die Kosten für ihren Einsatz, gegebenenfalls mit Hubschrauberunterstützung, in Rechnung. Da kommen schnell einige Tausend Euro zusammen, unabhängig davon, ob der Pilot den Unfall überlebt hat oder nicht. Hat ein Pilot aufgrund eines Unfalls bleibende Gesichtsverletzungen erlitten, werden von den meisten Unfallversicherungen auch Kosten für kosmetische Operationen bis zu einer bestimmten Summe übernommen.


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Martin Peschke



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