in Kooperation mit

Sicherheitssoftware ProPilots

Training nützt, Training schützt

5 Bilder

Der Rettungshubschrauber befindet sich im Landeanflug, als plötzlich der Heckrotor blockiert. Gefährlich, denn ohne ihn ist der Helikopter unkontrollierbar. Der Pilot bringt die Maschine sicher an den Boden, weil er bestens auf eine solche Notsituation vorbereitet ist. Das gilt längst nicht für alle Piloten, könnte sich aber mit der neuen Trainingssoftware ProPilots bald ändern.

Alexander Steffen (46) ist Einsatzpilot und Fluglehrer bei der Bundespolizei in Bonn/Hangelar. Er hat, aufbauend auf seine langjährige Erfahrung im Polizeieinsatz, als Prüfer und LBA-Sachverständiger sowie Pilot im Luftrettungsdienst, eine Trainingssoftware entwickelt, die Besatzungen von Helikoptern – und künftig auch Piloten von Flächenflugzeugen – umfassend auf Notsituationen vorbereitet und die Sicherheit für Mensch und Maschine nachhaltig erhöht.

„ProPilots“ tauften Steffen und sein Team das internetbasierte Programm, produzierten in einem aufwendigen Verfahren 3-D-animierte Filme und schufen damit eine realitätsnahe Szenerie, die weltweit so noch nie in einer Übungssoftware dargestellt wurde. Der Pilot kann ProPilot so oft nutzen, wie er will, und hat von überall und jederzeit Zugriff darauf.

„Das Trainieren von Gefahrensituationen ist so wichtig“, sagt Steffen, aber er weiß auch, dass für ausreichende Trainingsflüge oft das Geld fehlt oder das passende Gerät mit der Möglichkeit, Notsituationen real zu trainieren. Notlagen sind im echten Helikopterflug nur eingeschränkt darstellbar. Auch der für Helikopterpiloten jährlich vorgeschriebene Überprüfungsflug reicht nicht immer aus, um in einer Gefahrensituation intuitiv richtig zu handeln.

Die weltweite Statistik besagt, dass 78 Prozent aller Flugunfälle auf Pilotenfehler zurückzuführen sind. Dies bezieht sich gleichermaßen auf die Allgemeine Luftfahrt wie auf Arbeitsflüge, auf gewerbsmäßige Beförderung wie auf staatliche Flüge – trifft also nicht nur auf ungeübte Piloten zu, sondern auch auf Profis im Cockpit.

Viele Flugunfälle können vermieden werden

Vereisung im Fluge. In der ProPilot-Simulation ist das im Gegensatz zum realen Flug völlig ungefährlich für die Helikopterinsassen. Foto und Copyright: ProPilot

Steffen ist überzeugt, dass seine Trainingssoftware, die den erfahrenen Piloten ebenso anspricht wie den Flugschüler, bei regelmäßiger Nutzung die Besatzungen bestens auf unvorhersehbare kritische Situationen vorbereiten kann. Er geht davon aus, „dass so künftig bis zu 80 Prozent der Flugunfälle mit Helikoptern verhindert werden könnten“.

Die Perspektive des Betrachters ist die des Piloten. Alle relevanten Übungen sind so konzipiert, dass sie aus Pilotensicht erfolgen und sich somit sehr nahe am echten Flug orientieren. Zudem ist die Lernsoftware in der Lage, Situationen darzustellen, die bei Trainingsflügen nicht simuliert werden können, wie beispielsweise ein Triebwerksbrand, Feuer im Cockpit oder Mast Bumping.

ProPilots enthält Material für fünfeinhalb Stunden. Es beinhaltet vier Trainingsmodule mit 43 Kapiteln und 160 Frage-Videos, deren Auflösung in HD-Qualität alle bisherigen Standards übertrifft. Die Testergebnisse des animierten Fragenkatalogs, inklusive der Auswertung, erhält der Pilot direkt an seine E-Mail-Adresse. Die Fragen beziehen sich nicht nur auf reale Notsituationen im gewünschten Helikoptermuster, sondern auch auf CRM (Crew Ressource Management) und auf Type Ratings.

Piloten können jederzeit und überall trainieren

Feuer im Cockpit. Für die anäquate Übung ist das nur in der Computersimulation darstellbar. Foto und Copyright: ProPilot

Für Flugschulen und Betreiber mit AOC (Air Operator Certificate/Luftverkehrsbetreiberzeugnis) wird der Safety-Test auch noch erweitert: auf IFR und Nachtflug sowie ab Herbst 2014 auf Offshore-Flüge. Die Software für Flächenflugzeuge (Cessna 172) ist seit Juli dieses Jahres verfügbar und soll demnächst auf weitere Muster erweitert werden.

Die für das Training verantwortliche Person des Betreibers kann auch selbst Fragen zu individuellen flugbetrieblichen Bestimmungen in ProPilots einbauen und, gesperrt für andere Anwender, diese den eigenen Piloten zugänglich machen beziehungsweise auch auswerten.

Bei den Lehrfilmen, die durch erklärende Fachtexte (in Englisch) ergänzt werden, befasst sich Modul 1 mit den Grundlagen (Fundamentals), mit Maßnahmen vor und nach der Landung, mit dem PIMO Drill Code sowie mit Not- und Sicherheitslandungen. Modul 2 behandelt Triebwerksausfall im Reiseflug, Triebwerksbrand, Vergaserbrand am Boden, Reglerstörung und Öldruckverlust. Im Modul 3 finden sich die Kapitel Ausfall der Kupplung, Freilaufstörung, Heckrotorstörung im Schwebeflug, Ausfall von Anzeigen im Cockpit und Feuer oder Rauch im Cockpit. Modul 4 befasst sich mit Vergaservereisung, Whiteout, Gewitter, Vortexring und Mast Bumping.

Das lässt dem Anwender Spielraum, entweder einzelne, persönliche Schwachstellen zu üben, oder aber gleich das gesamte Programm der Notverfahren für den nächsten Überprüfungsflug aufzufrischen.
Neben gewerblichen Betreibern und Privatpiloten in Deutschland – ProPilots-Kunden sind unter anderem die Air Lloyd in Bonn/Hangelar, Heli Aviation in Augsburg und HeliTransair in Egelsbach – gibt es auch bereits Anfragen von Behörden sowie von Interessenten aus den USA und aus Kanada.

Bei den HeliDays im Mai in Kelheim stellte Alexander Steffen seine Software ProPilots erstmals einem größeren Fachpublikum vor; das setzte sich aus Profis und Privathubschrauberpiloten zusammen.

Regelmäßig üben mit Jahres-Abo

Motorproblem? Und weit und breit ist kein geeignetes Landefeld in Sicht. Foto und Copyright: ProPilot

ProPilots wurde für Flugschulen, für Betreiber und für Privatpiloten entwickelt. Anwendbar ist die Software auf die Helikoptermuster Robinson R22, R44, Bell 206B, Guimbal Cabri G2, Airbus Helicopters EC120, EC135 und BK 117, MD Helicopters MD902 sowie AgustaWestland A109. Das erste Flächenmuster ist die Cessna 172.

Der Preis für ein ProPilots-Jahres-Abo mit regelmäßigen Updates beträgt 960 Euro oder 80 Euro im Monat und reduziert sich bei einem Zwei-Jahres-Abo auf 75 Euro im Monat, bei einem Drei-Jahres-Abo auf 70 Euro pro Monat. Safety-Testfragen können einzeln abgerufen werden. 20 Fragen kosten 25 Euro, 50 Fragen 45 Euro und 100 Fragen 75 Euro. Eine Demo-Version ist unter www.propilots.com erhältlich.

aerokurier Ausgabe 07/2014

Top Aktuell Drehflügler für Jedermann Tragschrauber und UL-Helis auf der AERO
Beliebte Artikel Airbus Helicopters auf der Heli-Expo 2019 Verkaufsbilanz in Atlanta Airbus Helicopters bucht 43 Bestellungen auf der Heli-Expo Heli Expo News Verjüngungskur für Enstroms 280FX
Aerokurier Stellenangebote OFD sucht Pilot Jetzt bewerben – Pilot gesucht! OFD sucht Pilot (m/w/d) Stemme AG sucht Personal Jetzt bewerben Stemme AG stellt ein Jetzt bewerben PAL-V International BV sucht Sales and Marketing Manager Central Europe (m/w/d)
Anzeige
Kiosk-Suche