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R66 hat endlich ihren europäischen Segen

Turbinenhubschrauber von Robinson ist EASA-zugelassen

Am 30. April 2014 erteilte die europäische Zulassungsbehörde EASA dem fünfsitzigen Turbinenhelikopter R66 die Lizenz - dreieinhalb Jahre nach der FAA-Zulssung in den USA.

Für die EASA (European Aviation Safety Agency) ist das Type Certificate IM.R.507 nur Teil des Zulassungsdokuments für einen neuen Helikopter. Für die Robinson Helicopter Company (RHC) und zahlreiche europäische Piloten bedeutet dieses am 30. April 2014 ausgestellte Dokument aber nun endlich das Go für die R66 in Europa - nach dreieinhalb jähriger, an den Nerven der Betroffenen zerrenden Wartezeit.

Dreieinhalb Jahre hat es gedauert, bis die EASA sich zur Zulassung des Turbinen-Fünfsitzers durchringen konnte. Der Antrag war im Oktober 2010 gestellt worden und die FAA hatte die R66 am 25. Oktober 2010 zugelassen. Nach und nach erkannten Zulassungsbehörden aus 50 Staaten das Muster an, allerdings blieb der behördliche Segen der EASA weiterhin aus. Man hatte zwei redundante Hydrauliksysteme für die Flugsteuerung gefordert. Die gab es allerdings nicht. Die Systeme basieren zu großen Teilen auf denen der viersitzigen, von einem Lycoming-Motor angetriebenen R44 und sind zigtausendfach erprobt. Bereits bei der Zulassung der R44 hatte die FAA damals eine Sondergenehmigung bezüglich der Hydraulik-Redundanz für die Steuerung erteilt, die auch vom Luftfahrt-Bundesamt als Zulassungsbehörde übernommen wurde. Für die größere R66 wollte die EASA dies aber nicht gelten lassen, zudem wurde immer wieder spekuliert, dass es eine politische Entscheidung sei, die R66 in Europa nicht zuzulassen, weil zwei andere große Helikopterhersteller in Europa beheimatet sind.

Bei diversen Flugtests und Evaluierungsprogrammen, zuletzt in Kanada und in Deutschland, wurde unter Beweis gestellt, dass die Sicherheit der Piloten und Insassen an Bord der R66 dennoch ausreichend vorhanden ist. Auch weniger professionelle Piloten können den Helikopter beim (unwahrscheinlichen) Ausfall der Hydraulik noch beherrschen und sicher landen.

Der Deutschland-Dealer für die R66, Heli-Flight aus Reichelsheim, hatte seine "erste" R66 nach mehr als zwei Jahren wieder verkauft, nachdem lediglich in der Werfthalle mal der ein oder andere Triebwerkslauf möglich war. Der Helikopter verursachte immense Kosten, konnte allerdings keinen einzigen Cent einspielen. Zu den Luftfahrtmessen AERO in Friedrichshafen und ILA in Berlin-Schönefeld musste die R66 auf dem Tieflader transportiert werden. RHC indes hatte zwischenzeitlich die gesamte Produktion für Europa bis auf weiteres stoppen lassen. Europa ist ein ein starker Markt für Robinson-Muster und die Nachfrage nach der Turbinenversion war hier besonders hoch.

Heute fliegen weltweit mehr als 500 R66, sie loggten inzwischen mehr als 160.000 Flugstunden. RHC will jetzt seine europäischen Dealer und Endkunden zügig beliefern und die Präsenz der R66 auf dem europäischen Markt forcieren. Der derzeitige Preis der R66 liegt bei 839.000 US-Dollar (zirka 605.000 Euro), und bewegt sich damit deutlich unter den Preisen der Konkurrenten im Segment der leichten einmotorigen Turbinenhelikopter. 

Die R66 kann vier Passagiere mit Gepäck befördern und wird von einer kompakten Rolls-Royce-Gasturbine RR300 mit 220 kW (295 shp) Leistung angetrieben. Wahlweise ist das Muster auch mit Glascockpit und Touch-screen-Avionik erhältlich.

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