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Neues Ausbildungszentrum für Polizei-Piloten-Nachwuchs

Doppelter Fest-Anlass bei der Bundespolizei

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Eine Doppelfeier gab es am 1. Juli bei der Bundespolizei in Sankt Augustin. Zum einen erhielten 21 neue Polizei-Piloten ihre Lizenzen feierlich überreicht, zum anderen konnte die Fliegergruppe, übrigens der drittgrößte Flugbetrieb in Deutschland, nach der Lufthansa und airberlin, endlich offiziell ihr hochmodernes Schulungs- und Simulatorgebäude am Flugplatz Bonn/Hangelar in Betrieb nehmen.

Die Luftfahrerschule der Bundespolizei genießt einen vorzüglichen Ruf. Gelten doch die Absolventen, ob Piloten/innen oder Flugtechniker/innen, europaweit als besonders gut ausgebildet. Um auch den steigenden Ausbildungsansprüchen der Zukunft zu entsprechen, erhielt die Fliegergruppe am Ausbildungsstandort Sankt Augustin (Flugplatz Bonn/Hangelar) jetzt ein repräsentatives und auf ihre Belange maßgeschneidertes neues Gebäude. Die Kosten der Baunmaßnahme, getragen von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA), belaufen sich auf 5,98 Millionen Euro.

In dem neuen Gebäude, das mit dem alten Schul-Komplex verbunden ist, sind nicht nur Hörsäle und Schulungsräume (die Räume tragen die Namen aller fliegrischen Standorte der Bundespolizei) mit modernster Computertechnologie untergebracht, sondern auch geräumige Büros für die Fluglehrer, ein großes Audimax sowie Aufenthaltsbereiche und Briefingräume. Im Erdgeschoss des lichtdurchfluteten, 1240 Quadratmeter großen Gebäudes, an dem die Fensterverdunkelung Rotorblättern nachempfunden wurde, befinden sich drei Frasca-Verfahrenstrainer für die Muster EC135, EC155 und AS332 L-3 Super Puma. Dort wird sich künftig ein großer Teil der Pilotenaus- und fortbildungbildung der Bundespolizei abspielen.

Allerdings, und darauf wies der der Leiter der Bundespolizei-Fliegergruppe, Leitender Polizeidirektor Thomas Helbig, in seiner Festrede auch im Hinblick auf den Standort Sankt Augustin und die Belastung durch reale Übungsflüge hin, könnten Simulatoren nicht alles ersetzen. "Die Basic Skills eines Piloten bedürfen des realen Fluges. Überwachungsflüge bei Fußballspielen am Wochenende sind leider nicht im Simulator möglich."

Nach der feierlichen Schlüsselübergabe hatte der Leiter der Luftfahrerschule, Polizeioberrat Tobias Schönherr, das Wort. "Jetzt geht es nicht um Steine, Stahl und Glas sondern um Menschen, um den fleigerischen Nachwuchs bei der Bundebespolizei". Er richtete sich in seiner Ansprache an die 21 neuen Piloten, die nun Verantwortung übernehmen werden. "Jetzt sind Sie mitten drin, sei es bei der Verbrechensbekämpfung oder bei einem Katastropheneinsatz". Thomas Helbig wählte ein sehr schönes Bild für die jungen Kollegen. Einst hatte Daedalus seinen Sohn Ikarus davor gewarnt, nicht zu tief über dem Meer und nicht zu hoch an der Sonne zu fliegen, weil sonst das Wachs zwischen seinen Flügeln zerstört würde. "Das ist gewissermassen das wohl erste Flight Manual in der Geschichte, Sektion: Limitations."

Stellvertretend für den Lehrgang ergriff ein Teilnehmer das Wort. Er schilderte sehr detailliert und locker die nahezu zweijährige Ausbildungsphase, in der die Familien und Ehefrauen/Partnerinnen der Piloten sehr viel zum erfolgreichen Abschlus beigetragen hätten. Ohne Rückendeckung in der Familie sei das kaum möglich. Wir haben jetzt einen Sach volle Glück und einen leeren Sack erfahrungen. Unser Ziel ist es, den zweiten Sack zu füllen, ohnen dass der erste leer wird.".

Den Abschluss gestaltete "The Helibrass Band"  mit dem wohl bekanntesten aller Fliegerlieder: "Über den Wolken..." Im Hintergrund des zur Festhalle umgestalteteten Hangars standen auf dem Vorfeld in Bonn/Hangelar die Protagonisten:  EC120, EC135, EC 155 und AS332 Super Puma, während ein paar Schönwellterwölkchen das Blau des Himmels sanft auflockerten. Gibt es einen schöner Rahmen für 21 stolze junge Piloten und ihre ebenso stolzen Lehrer?

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