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Lenkrad fürs Helikopter der Zukunft

Forschungsprojekt myCopter für ein neues Transportsystem

Hubschrauberfliegen so einfach wie Autofahren. Mit einem neuen Lenkrad im Helikopter und zahlreichen anderen innovativen Forschungsansätzen hat sich das Projekt myCopter vier Jahre intensiv beschäftigt. Die Ergebnisse präsentierten die beteiligten europäischen Forschungseinrichtungen nun beim DLR in Braunschweig.

Das Lenkrad im Helikopter, das die Bedienung der Steuerelemente dramatisch vereinfachen kann, und intuitiv wie ein Autolenkrad zu handhaben ist, war eines der herausragenden Ergebnisse des vierjährigen Forschungsprojekts myCopter. Es wurde am 20. November beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig der Öffentlichkeit vorgestellt. Den Forschern ging es nicht um die Entwicklung eines neuen Fluggeräts sondern darum, wie der individuelle Flugverkehr der Zukunft aussehen kann; unter welchen gesellschaftsrelevanten Kriterien man ihn nutzen kann, und wie man Prozesse zum sicheren Steuern eines PAV (Personal Aerial Vehicle) miteinander koordiniert.

An dem von der EU mit 3,4 Mio Euro geförderten Projekt sind unter Federführung des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik (mit Prof. Dr. Heinrich Bülthoff als Projekt-Koordinator) neben dem DLR vier weitere europäische Institute beteiligt: The University of Liverpool, École Polytechnique Fédérale de Lausanne, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich und Karlsruher Institut für Technologie.

Um zu erfahren, ob und wie das von Dipl.-Ing. Bianca Schuchardt beim DLR entwickelte Lenkrad arbeitet, nutzen die Wissenschaftler den Forschungshubschrauber FHS des DLR, eine EC135, die so modifiziert ist, dass sie auch andere Flugplattformen generieren kann, während die klassische Steuerung des Helikopters als Backup erhalten bleibt und jederzeit durch den zweiten Testpiloten an Bord der EC135 aktiviert werden kann.

Im FHS-Simulator hat DLR-Testpilot Uwe Göhmann das Lenkrad bereits "im Fluge" erprobt. Die anfängliche Skepsis des erfahrenen, langjährigen Berufshubschrauberpiloten, wich schnell der Erkenntnis, dass das System kinderleicht zu bedienen ist. Das Lenkrad reagiert genau wie das Steuer eines Autos, die Pedale steuern Bremse (linkes Pedal) und Gas (rechtes Pedal). Lediglich für Höhengwinn muß (zumindest in der Demo-Version) noch der Kollektivhebel betägt werden. Mit Kippschaltern auf dem Lenkrad können Schwebeflugmanöver nach rechts, links oder rückwärts durchfgeführt werden. Während Helikopterpiloten insbesondere beim Bedienen der Pedale umdenken müssen, könnte dies für Nichtpiloten erheblich einfacher sein, weil die meisten Menschen die Bewegungen intuitiv vom Autofahren kennen. Sobald die Software für das System komplett installiert ist, kann der FHS in Braunschweig zum seinem ersten realen Flug mit dem Lenkrad starten.  

Professor Bülthoff und Prof. Dr.-Ing. Stefan Levendag, Direktor des Instituts für Flugsystemtechnik beim DLR, und zuständig für die Flugversuche mit dem FHS, betonten in der abschließenden Pressekonferenz, dass ein Personal Aerial Vehicle (PAV), dessen Definition noch in der Zukunft liegt, nicht als Ersatz für den bisherigen bodengebundenen Verkehr dienen soll, sondern als Ergänzung. Zudem sei auch klar, dass nicht jeder künftig durch die Luft schweben könne, denn dann wäre, so die Wissenschaftler, das Verkehrschaos in die Luft verlagert.

Genau das soll myCopter ausschließen. Denn die anderen beteilgten Instutut beschäftigen sich mit Antikollsionssystemen, vollautomatisierten Start- und Landeverfahren sowie mit der Mensch-Maschine-Schnittstelle und, last but not least, auch mit der Akzeptanz eines PAV in der Bevölkerung.

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