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Erfolg für die Piloten

Hangelar schafft den Korridor ab

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Die Überwachung am Verkehrslandeplatz Bonn/Hangelar is zu Ende: Die Bezirksregierung Düsseldorf hat jetzt den „Schwankungskorridor“ abgeschafft. Das Laserfernglas zur Vermessung der Platzrunde ist an den Hersteller zurückgegangen.

Vor drei Jahren nahm das Unheil am Flugplatz Bonn/Hangelar seinen Lauf. Anfang 2011 verordnete die Bezirksregierung Düsseldorf auf Druck der Lärmgegner einen „Schwankungskorridor“. 150 Meter Abweichung von der Platzrunde nach links und rechts von der offiziellen Platzrundenführung waren nach Auffassung der Behörde zulässig, mehr nicht. Ab Frühjahr 2012 wurde dann kontrolliert, ob die Piloten die Platzrunde auch wirklich einhalten. 20.000 Euro kostete das aus Mitteln der Flugplatzgesellschaft finanzierte Laserfernglas mit GPS-Auswertungssystem. Dazu kamen erhebliche Personalkosten für die Überwachung – ebenfalls bezahlt vom Geld der Piloten.

Die Folgen waren drastisch: Die Zahl der Flugbewegungen in Hangelar ist eingebrochen, der Platz ist bundesweit in Verruf geraten und gegen zwei Piloten wurden Ordnungswidrigkeits- beziehungsweise Bußgeldverfahren eingeleitet, deren Ausgang noch offen ist.

Zwischenzeitlich hat sich das Blatt zu Gunsten der Piloten gewendet. Mit dem Einsatz des Laserfernglases hatte sich herausgestellt, dass die Messungen ungenau waren, nachdem das Gerät nicht mit den Daten des GPS-Geräts kompatibel war. Ende 2013 einigte sich die Flugplatzgesellschaft mit dem Schweizer Hersteller auf eine Rückgabe.

Nun ist auch der „Schwankungskorridor“ hinfällig. Ein entsprechendes Schreiben hat die Bezirksregierung Düsseldorf am 17. Januar auf Druck des Verkehrsministeriums NRW nach Bonn/Hangelar geschickt. Ab sofort gelten in Bonn/Hangelar die gleichen Regeln gemäß LuftVO wie an jedem anderen Flugplatz auch: Sicherheit und Ordnung sind zu gewährleisten, Lärm ist zu vermeiden und Abweichungen von der Platzrunde sind erlaubt, wenn sie aus flugbetrieblichen Gründen erforderlich sind.

Grundlage für das Einlenken der Bezirksregierung war ein im Auftrag des nordrhein-westfälischen Verkehrsministeriums erstelltes Gutachten der Fachhochschule Aachen, das es hier zum Download gibt. Dieses Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die geforderten Tolanzen in der Platzrunde für die Piloten fliegerisch sehr anspruchsvoll und somit sicherheitsgefährdend sind. Es zeigt zudem, dass das Laserfernglas für die vorgesehene Überwachung nicht geeignet war.

Kommentar

Es ist unglaublich, dass geschlagene drei Jahre der Gängelung ins Land gehen mussten, um den Irrsinn von Hangelar zu stoppen. Es war unverantwortlich von der Bezirksregierung Düsseldorf – die sich doch sonst gerne den Aspekt der Flugsicherheit auf die Fahnen schreibt –, vor den Interessen der Lärmgegner einzuknicken und eine Regelung zu erlassen, die die Flugsicherheit erheblich gefährdet. Böse Zungen behaupteten sogar, dass es ein Zusammenstoß in der Platzrunde keine Frage des „ob“, sondern des „wann“ gewesen sei. Der Crash ist ausgeblieben – zum Glück.

Piloten, die aus Furcht vor Überwachung und Strafe auf ihr GPS starren und dabei die Luftraumbeobachtung vernachlässigen, sehen andere Verkehrsteilnehmer eben gar nicht oder erst viel zu spät. Wer nach Sichtflugregeln unterwegs ist, kann so einen schmalen Korridor unmöglich einhalten. Warum das so ist, hat Fluglehrer Klaus-Uwe Fuchs in einem mehrseitigen Beitrag schon in der Ausgabe aerokurier 10/2012 eindrucksvoll nachgewiesen – schade, wenn solche Berichte an den entscheidenden Stellen ungehört verhallen. Immer wieder haben der aerokurier (und andere Medien auch) auf die Probleme in Hangelar hingewiesen, doch die Bezirksregierung hat sich taub gestellt.

Es ist peinlich, dass es erst ein wissenschaftliches Gutachten brauchte, um zu einer ganz simplen Erkenntnis zu kommen: Eine Platzrunde ist eine Platzrunde.

Die Nachwehen werden Bonn/Hangelar noch eine Weile beschäftigen. Einige Piloten kämpfen mit der Fliegergemeinschaft im Rücken noch immer um ihren juristischen Freispruch, bloß weil sie von einer Platzrunde abgewichen sind, die ohnehin im unkontrollierten Luftraum verläuft. Das Vertrauen der heimischen Piloten in die politisch dominierte Flugplatzgesellschaft dürfte zerrüttet sein: Das Geld der Piloten wurde für eine technisch und rechtlich mehr als fragwürdige Überwachung verschwendet. Drei Jahre lang wurde die Sicherheit gefährdet. Und nicht zuletzt wurde vielen der Spaß am Fliegen gründlich verdorben. Dass EDKB nun ein nachhaltiges Imageproblem hat, zeigen die rückläufigen Flugbewegungen, die allenfalls die Flugplatzgegner erfreuen dürften.

Patrick Holland-Moritz

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