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Bald ein Flugziel weniger?

Flugplatz Sierksdorf vor dem Aus

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Dicke Luft an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste: Der Sonderlandeplatz Sierksdorf/Hof Altona (EDXT) könnte zum Jahresende schließen. Hintergrund sind Unstimmigkeiten zwischen dem Verein und der Eigentümerin.

Der Sonderlandeplatz Sierksdorf ist zweifellos eines der Top-Ziele an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste. So viele touristische Ziele in unmittelbarer Nachbarschaft haben nur wenige Flugplätze in Deutschland zu bieten. Direkt nebenan liegt der Hansapark, es ist nicht weit nach Timmendorfer Strand oder Travemünde. Wer sich nicht lange mit Sightseeing aufhalten mag, der kann in einem ausgedehnten Spaziergang auch direkt zum Meer laufen.

Betrieben wird der kleine Platz mit seiner 500 Meter kurzen Graspiste von einem rührigen Verein, dem Ostholsteiner Aero-Club. Halle und Clubheim wurden nach der Eröffnung des Platzes Anfang der 1970er Jahre selbst gebaut, und auch heute noch setzt sich der Vorsitzende Uwe Sick selbst auf den Traktor, um das Gras zu mähen. Wer kommt, zahlt mit dem UL fünf und mit der Echo-Klasse sieben Euro Landegebühren. Eine Cessna 172 gehört dem Verein, drei weitere Flugzeuge und ein Tragschrauber von privaten Haltern standen zu besten Zeiten in der Halle. 

Mit dieser Idylle wird es voraussichtlich zum Jahresende vorbei sein - Grundstückseigentümerin Susanne Brelowski, die nebenan einen Ferienhof betreibt, hat den Pachtvertrag mit dem Verein zum 31. Dezember 2014 fristgerecht gekündigt. Von "privatrechtlichen Reibereien" spricht Günter Hartmann aus Hagen, der in Sierksdorf gern gesehener Gast ist, im Gespräch mit dem aerokurier.

Bereits seit vielen Jahren stimmt die Chemie zwischen dem Verein und der Eigentümerin nicht mehr. Vor vier Jahren war der Flugplatz deshalb schon einmal in seiner Existenz bedroht - damals hatte Susanne Brelowski allerdings die Kündigungsfristen nicht eingehalten, was dem Aero-Club noch einmal Luft verschafft hatte.

Seit dem Frühjahr leidet der Verein unter der bevorstehenden Schließung. In Lübeck wurde bereits ein Hallenplatz für die Cessna 172 gemietet, während die Einnahmen aus der Hallenmiete weggebrochen sind. Einige Mitglieder sind ausgetreten - 17 Piloten halten Sierksdorf (noch) die Treue.

Uwe Sick hat die Hoffnung auf eine einvernehmliche Lösung noch nicht aufgegeben. "Wir lassen nichts unversucht." Die Idee, eine unabhängige Betreibergesellschaft zu gründen, stand im Raum, wurde aber wieder verworfen. Verein und Eigentümerin verhandeln zurzeit darüber, welche Gebäude im Falle eines Falles abzureißen wären.

Eines scheint sicher: Ein neues Gelände wird sich so schnell nicht finden. "Das Genehmigungsverfahren für einen neuen Flugplatz wäre nicht zu schaffen", befürchtet Uwe Sick, der bereits mit dem Luftamt in Kiel darüber gesprochen hat. Die Zukunft sieht Sick am Flughafen Lübeck - wenngleich das Vereinsleben im anonymen Umfeld dort stark leiden würde. Was dann aus dem Gelände in Sierksdorf wird, ist unklar.

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