28.12.2015
Erschienen in: 08/ 2013 aerokurier

Pro.Mecc Freccia Viel Kohle für wenig Kohle

Italienisches Design, gepaart mit erstklassigen Flugleistungen zum attraktiven Preis: So möchte die Freccia bei deutschen Piloten punkten. Ob das gelingen kann, zeigt ein Flug mit dem High-End-Renner. Voraussichtlich wird auf der AERO die Musterzulassung überreicht.

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Raoul Amon liebt die Geschwindigkeit. „Je schneller, desto besser“, lautet sein Motto. Seine Leidenschaft gilt schnellen Autos aus Zuffenhausen ebenso wie sportlichen Flugzeugen. Und er schätzt von Berufs wegen gelungenes Design – seinen Lebensunterhalt verdient er mit dem Erstellen von technischen Dokumentationen und Grafiken.

Kein Wunder also, dass es auf der AERO 2011 gefunkt hat. Da stand sie, die Freccia, ein rassiger Composite-Tiefdecker aus Italien, der punktgenau in Raoul Amons Vorstellung vom idealen Ultraleichtflugzeug passte. Schnell sollte sie sein, versprach der Hersteller Pro.Mecc, schön war sie sowieso, und dazu noch erstaunlich preiswert. Als dann noch die Chemie zwischen dem deutschen UL-Piloten und dem Flugzeugbauer stimmte,  war klar, dass Raoul Amon das Flugzeug in Deutschland vermarkten würde. Heute, drei Jahre später, steht die Musterzulassung ganz kurz bevor.Auf der AERO soll sie voraussichtlich überreicht werden.

Moment mal! Noch ein Composite-Tiefdecker? Es ist kein Geheimnis, dass hierzulande bereits etliche dieser UL-Renner zugelassen sind. Das weiß auch die Mannschaft von Pro.Mecc, die die Kunden mit einem exzellenten Preis-Leistungs-Verhältnis von der Freccia überzeugen möchte. Ab 83000 Euro gibt es das Schmuckstück aus Kohlefaser, inklusive Rettungssystem, Rotax 912 S, Funkgerät, Radverkleidungen und vielem mehr. International geht die Low-Cost-Strategie von Pro.Mecc jedenfalls bestens auf – rund 40 Freccia fliegen unter anderem in Belgien, Italien, Frankreich, Spanien und Australien.

Wir treffen Raoul Amon am Flugplatz Schönhagen. Dort, vor den Toren Berlins, hat er seine D-MAMX stationiert. Der ultraleichte Renner weckt die pure Lust aufs Fliegen. Sein rot-weiß-schwarzes Outfit vermittelt Dynamik und Geschwindigkeit, hebt sich von der weißen Standardkost anderer Composite-Flugzeuge ab. Im seitlichen Rumpfbereich, unter dem Freccia-Schriftzug, und unter dem Rumpf darf der Betrachter einen Blick auf die Kohlefaserstruktur werfen. Überhaupt dreht sich bei diesem Flugzeug alles um die Kohle, nicht nur beim Preis. Mit einem Anteil von 90 Prozent ist Carbonfaser der wichtigste Werkstoff. Laminiert wird die Freccia von Hand in Massivbauweise.

Aerodynamisch setzt Pro.Mecc auf Bewährtes. Die Flügel mit ihren 55-Liter-Tanks sind mit zwei unterschiedlichen NACA-Profilen aerodynamisch geschränkt. Die Wölbklappen lassen sich elektrisch bis zu 35 Grad ausfahren.


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Patrick Holland-Moritz


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