09.04.2015
Erschienen in: 05/ 2013 aerokurier

Am LimitTragschrauber-Forschung beim DLR

Tragschrauber gelten als Spaßmacher und sind vielseitig einsetzbar. Über ihre Flugphysik wusste man bisher erstaunlich wenig. Das DLR hat den ultraleichten Drehflüglern deshalb mit wissenschaftlichen Methoden auf den Zahn gefühlt. Die Ergebnisse fließen in die Entwicklung eines Simulators ein.

Wenn es um Tragschrauber geht, ist Prof. Dr.-Ing. Stefan Levedag, Direktor des Instituts für Flugsystemtechnik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig, in seinem Element. Begeistert erzählt der Wissenschaftler von seinen ersten Begegnungen mit den ultraleichten Drehflüglern, lange bevor diese vor nicht ganz zehn Jahren in Deutschland zugelassen wurden. Diese Leidenschaft hat ihn bis heute nicht losgelassen. Im Gegenteil: Inzwischen haben er und seine Mitarbeiter neben dem emotionalen auch ein höchst wissenschaftliches Interesse an Gyrokoptern entwickelt. Stefan Levedag: „Wir haben den Tragschrauber als Fluggerät entdeckt, bei dem es noch viele offene Fragen gibt. Das ist für uns ein Fest!“

Das Flugprinzip der Tragschrauber, basierend auf der Autorotation, ist natürlich bekannt. Der Pionier Juan de la Cierva etwa baute schon in den 1920er Jahren seinen ersten „Autogiro“. Mit dem Auftritt von „Little Nellie“ im James-Bond-Streifen „Man lebt nur zweimal“ im Jahr 1967 ist die Existenz von Tragschraubern auch bei der breiten Masse angekommen. In Deutschland machen sie den ultraleichten Dreiachsern bei den Zulassungszahlen Konkurrenz. Wissenschaftliche Studien über die fliegerischen Spezialitäten dieser Dreh­flügler suchten Levedag und seine Mitarbeiter beim DLR jedoch vergebens.

Mehrere Unfälle, bei denen Seitengleitflüge (Slip) eine Rolle gespielt haben könnten, sind bis heute noch nicht abschließend geklärt worden, weil fundierte Kenntnisse über die physikalischen Vorgänge am Tragschrauber in Grenzsituationen fehlen. Die Verbände DAeC und DULV strichen den Seitengleitflug daraufhin vorsichtshalber aus ihrem Ausbildungsprogramm.


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