11.09.2015
Erschienen in: 03/ 2015 aerokurier

Leichtigkeit des ScheinsLizenz für Leichte Luftsportgeräte bis 120 kg Leermasse

Fliegen ohne Medical: Die Lizenz für Leichte Luftsportgeräte macht’s möglich. Das müssen Sie tun, um Dreiachser mit maximal 120 kg Leermasse fliegen zu dürfen.

Aerolite 120 Landung

Die Aerolite 120 fliegt in Deutschland in der 120-kg-Klasse. Foto und Copyright: Vierwerk.  

 

Keine andere Art des Fliegens bietet so viele Freiheiten wie die 120-kg-Klasse. „Eigenverantwortung statt Auflagen“ heißt das Motto sowohl beim Betrieb des Flugzeugs als auch bei der  Lizenz. Sie gilt unbefristet und kann ohne Medical erworben werden.  Doch wie bekommt man sie?

Am einfachsten haben es Dreiachser-Piloten. Sie können die Lizenz zum Führen aerodynamisch gesteuerter Leichter Luftsportgeräte bei DAeC oder DULV einfach beantragen. Alternativ können sie sich die Berechtigung auch in ihre vorhandene Lizenz eintragen lassen – dann allerdings besteht weiterhin die Pflicht zum Medical. Ohne eine dieser beiden Optionen darf ein Dreiachser-Pilot keine 120-kg-ULs steuern. Erleichterungen gibt‘s auch für Inhaber anderer Lizenzen. PPL(A)-Piloten haben es am leichtesten, wenn sie zunächst die klassische UL-Lizenz erwerben. 

Wer als Fußgänger in eine der drei bisher für die Ausbildung in dieser Kategorie gemeldeten Flugschulen geht, sollte mindestens 17 Jahre alt sein. Die Theorie umfasst 60 Einheiten in den Fächern Luftrecht, Flugfunk, Meteorologie, Navigation, Technik und Verhalten in besonderen Fällen einschließlich ‚menschliches Leistungsvermögen‘ – teilweise kann dies im Selbststudium erledigt werden. Zudem gibt es eine pyrotechnische Einweisung in den Umgang mit dem Rettungssystem. 

Im Praxisteil sind im Gegensatz zur „großen“ UL-Lizenz keine Mindeststunden vorgeschrieben. Die Schulung beginnt auf einem Doppelsitzer, auf dem der Aspirant seine ersten Alleinflüge absolviert. Mit dem Lehrer geht es dann zur mindestens 100 Kilometer weiten Überlandeinweisung mit Zwischenlandung auf einem anderen Flugplatz. Mindestens 30 Starts und Landungen auf einem 120-kg-Dreiachser und zwei Solo-Überlandflüge bereiten auf die Prüfung vor. 

40 Fragen pro Fach gilt es in der Theorieprüfung zu beantworten. Im fliegerischen Part muss der Schüler sein Können zunächst in der Platzrunde beweisen, beobachtet vom Prüfer am Boden. Vollkreise und Ziellandungen stehen auf dem Programm. Anschließend geht es auf Strecke. Mindestens eine Stunde oder 50 Kilometer mit Landung auf einem anderen Platz sind angesagt. Der Prüfer entscheidet, ob er im Doppelsitzer mitfliegt oder den Schüler allein losschickt. 

aerokurier Ausgabe 03/2015

Mehr zum Thema:
Patrick Holland-Moritz


Weitere interessante Inhalte
DVLL Neue Verbandsflugzeuge

11.10.2017 - Der Deutsche Verband zur Förderung des Sports mit Leichten Luftsportgeräten rüstet auf: Die Anschaffung eines UL der 120-Kilogramm-Klasse vom Typ Swan ist bereits besiegelt, auch ein Segler mit … weiter

Digitale Prüfungsvorbereitung Update für UL-Theorie-Software

04.10.2017 - Tricky Applications hat das Lernprogramm für die UL-Theorie mit einem Update versehen. Die Software enthält jetzt die aktuellen Fragenkataloge von DAeC und DULV sowie kleinere Verbesserungen. … weiter

Erstflug in Husum Die Breezer Sport fliegt

28.09.2017 - Die Breezer Sport ist am 22. September in Husum zum Erstflug gestartet. Damit ist die Flugerprobung des sportlichen Ganzmetall-Tiefdeckers aus Schleswig-Holstein angelaufen. … weiter

Zustimmung auf europäischer Ebene UL-Auflastung: Wichtiger Schritt auf dem Weg zu 600 kg MTOW

27.09.2017 - Das Europäische Parlament und der Europäische Rat haben der Erhöhung des maximalen Anfluggewichts für ULs auf 600 kg zugestimmt. Ein Durchbruch ist dieser Schritt jedoch noch nicht. … weiter

Flächen, Trikes und drei Rotoren Ultraleicht DM 2017 in Goch

02.09.2017 - Als Neuling unter die ersten Zehn einer Deutschen Meisterschaft zu kommen, dürfte wohl in kaum einer Sportart möglich sein. Dass es im Ultraleicht-Flugsport machbar ist, zeigte die DM im Juni in Goch. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

aerokurier 10/2017

aerokurier
10/2017
27.09.2017

Abonnements
Digitalabo
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Piper M600: Die neue Turboprop im Test
- CoAX 2D: Was kann der Koaxial-Heli?
- Praxis: Sicher fahren mit Flugzeug-Trailer
- Twin Shark: Attacke aus Tschechien

Gebrauchtflugzeuge, Luftfahrtzubehör, Reiseangebote und vieles mehr:

aerokurier Online-Markt