01.10.2014
aerokurier

Erstflug in SpeyerDie ultraleichte Mustang fliegt!

Die SW51 Mustang von ScaleWings ist am Samstag, 27. September 2014, am Flugplatz Speyer zum ersten Mal gestartet. Jetzt soll die Flugerprobung des ultraleichten Warbird-Nachbaus ganz schnell an Fahrt aufnehmen.

SW51 Mustang Erstflug

Die SW51 hat in Speyer zum ersten Mal die Räder in die Luft genommen. Foto und Copyright: ScaleWings  

 

Seit seiner Premiere auf der AERO 2013 ist der ultraleichte 70-Prozent-Nachbau des berühmten Warbirds in aller Munde. Kein Wunder, denn die österreichische Firma ScaleWings hat es geschafft, den Jäger aus dem Zweiten Weltkrieg bis ins Detail zu kopieren – selbst die Oberfläche des Kohlefaser-ULs gleicht dem Original mit seinen genieteten Blechen.

Nach vier Jahren Planungs- und Bauzeit ist nun der kurze Erstflug in Speyer erfolgt. Am Steuer saß der erfahrene Pilot Thomas Kreimeier, der die Mustang zwei Mal kurz in die Luft brachte, um dann geradeaus wieder zu landen. Kreimeier war nach den beiden Hüpfern sehr zufrieden. „Die Mustang spricht sehr gut auf die Ruder an und verhält sich bei Start- und Landung gutmütig“, sagt ScaleWings-Chef Hans Schwöller im Gespräch mit dem aerokurier. In Kürze soll nun die Flugerprobung starten. Das Etappenziel ist jetzt die UL-Musterzulassung beim DAeC.

Die SW51 Mustang wird bei FK-Lightplanes in Polen gebaut, wo in Kürze die Serienproduktion anlaufen wird. Der Warbird-Nachbau ist komplett aus Kohlefaser gefertigt. Unterstützend hat Peter Funk von B & F aus Speyer an der Konstruktion mitgewirkt. Um das ScaleWings-Produkt von Peter Funks eigenen FK-Konstruktionen namentlich abzuheben, wurde der Name von FK 51 auf SW51 Mustang geändert.

In den Sommermonaten hat das ScaleWings-Team um Hans Schwöller noch zahlreiche Verbesserungen in das Flugzeug einfließen lassen. Das hydraulische Fahrwerk und die Klappen wurden optimiert, ebenso die Elektrik. Die Insassen profitieren von der verbesserten Sitzposition und von der Haube, die sich im Flug aufschieben lässt. Im Cockpit wagt ScaleWings den Spagat zwischen klassischen Rundinstrumenten und moderner Avionik in Form eines iPads.

Derzeit wird das UL vom Rotax 912 S mit 74 kW/100 PS angetrieben. In Zukunft sollen auch der Einspritzer Rotax 912 iS Sport und der turbogeladene Rotax 914 zur Wahl stehen.

Ausgelegt ist das Flugzeug für 600 kg Abflugmasse. Die Zelle, gefertigt in CFK-Sandwichbauweise, wiegt dabei weniger als 100 kg. Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten an der EASA-Zertifizierung als europäisches LSA beginnen. Als UL kostet die SW51 Mustang rund 110.000 Euro zuzüglich Steuer.

Die Mustang ist ein erster Schritt auf dem Weg zu einer breit angelegten Produktpalette von ScaleWings. Hans Schwöller hat bereits Pläne für weitere UL- und LSA-Muster in der Schublade. Geplant ist ein eigenstartfähiges Segelflugzeug und ein „Jet“ im Leichtformat, angetrieben von einem Kolbenmotor.

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Patrick Holland-Moritz


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