01.12.2017
aerokurier

UL- und LSA: Unterschiede im DetailDie Dynamic wird erwachsen

Die Dynamic WT-9 hat von der EASA die Zulassung als europäisches LSA mit 600 kg MTOW erhalten. Doch wo liegen die Unterschiede zur Ultraleichtversion? Der Hersteller gibt Auskunft.

Dynamic WT-9 LSA Air-to-Air

Die Dynamic ist jetzt als LSA zu haben. Das Flugzeug ist ausschließlich mit Festfahrwerk erhältlich. Foto und Copyright: Miňo JustBe Janičina  

 

Der sportliche Composite-Tiefdecker des slowakischen Herstellers Aerospool ist seit vielen Jahren als UL und als US-amerikanisches LSA erfolgreich. Mehr als 700 Stück fliegen weltweit, etwa 150 davon sind hierzulande unterwegs. Beiden Versionen gemeinsam ist der Antrieb, der Rotax 912 ULS, der beim LSA seine 100 PS (74 kW) auf einen starren EVRA-Propeller überträgt. Als LSA ist die Dynamic ausschließlich mit Festfahrwerk erhältlich. 

Zahlreiche, erst auf den zweiten Blick sichtbare Modifikationen unterscheiden das LSA mit 600 kg maximaler Abflugmasse vom UL, dessen Abfluggewicht auf 472,5 kg beschränkt ist. Zwar ist die Zelle beider Varianten strukturell identisch, doch gibt es Unterschiede im Detail. So sind sämtliche Ruderflächen des LSA aus Kohlefaser gefertigt. Das Brandschott ist mit einem zusätzlichen Stahlblech verkleidet. Zudem haben die Ingenieure beim LSA die Höhen- und Querrudersteuerung überarbeitet. Das Bugrad ist jetzt stabiler und bietet verbesserte Geradeauslaufeigenschaften.

Fliegerisch hat das LSA einen Feinschliff erhalten: Zur Serie gehören eine elektrische Querruder- und Höhenrudertrimmung. Die Handkräfte zur Betätigung der Landeklappen wurden reduziert. Eine Heckfinne erhöht die Richtungsstabilität. Stallstrips an den Flügelnasen verbessern das Abrissverhalten – vor dem Abkippen warnt das LSA seinen Piloten optisch, akustisch und mit einem Stickshaker.

Beim LSA sind viele Extras serienmäßig enthalten, die beim UL Aufpreis kosten. Dazu gehören die 125 Liter fassenden Treibstofftanks, Winglets, Fenster im Gepäckraum sowie die Vorbereitung für eine Schleppkupplung. Im Fall der Fälle bringt ein Gesamtrettungssystem vom Typ Stratos M-601 das Flugzeug sicher zu Boden. Durch die Zulassung fest vorgegeben ist das Avionikpaket. Im Panel sind zwei Dynon SkyView D1000 in Verbindung mit einem Kollissions-Warnsystem TRX 1500 installiert. Garmin steuert das Funkgerät GNC 255A (COM/NAV) sowie den Transponder Garmin GTX 328 bei. 

Die Produktion ist im September 2017 angelaufen. Das erste Flugzeug wird im Frühjahr 2018 an einen deutschen Kunden ausgeliefert. Zu haben ist die Dynamic über den Musterbetreuer ISS-AVIATION für 184448 Euro inklusive Steuer. 



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