16.09.2013
aerokurier

DULV-Jahreshauptversammlung Positive Entwicklung

Mit einer Reihe von positiven Kennzahlen konnte der DULV bei der Jahreshauptversammlung am 14. September auf dem Flugplatz Mühldorf/Inn aufwarten. Fast 5500 Mitglieder haben ihre Heimat in dem Verband gefunden. Obwohl traditionell eher ein Mitgliederverband, gibt es eine weiter wachsende Zahl von Vereinen, die beim DULV gemeldet sind.

DULV-Jahreshauptversammlung Trike

Erfreulich: Immer mehr Piloten erwerben die Lizenz für ultraleichte Trikes. Foto und Copyright: DULV  

 

Moderates Wachstum gibt es bei neuen Lizenzen und bei neuen Verkehrszulassungen. Insgesamt betreut der DULV 2380 Uls der verschiedenen Kategorien, die gegenwärtig lufttüchtig sind und er verwaltet knapp 11.000 Lizenzen.

Auffällig ist, dass sich die Zahl der neu ausgestellten Trike-Lizenzen  im Geschäftsjahr auf  82 nahezu verdoppelt hat.  Das gewachsene Interesse dokumentiert sich auch in der steigenden Zahl von Musterprüfungsanträgen für leichte Trikes. Insgesamt hat der DULV 1000 neue UL-Lizenzen für alle Steuerungsarten ausgestellt.

Heike Wieland, die als Stellvertreterin den erkrankten Vorsitzenden Jo Konrad vertrat, machte in ihrem Rechenschaftsbericht deutlich, dass der Verband ganz klar gegen eine mögliche Europäisierung der Ultraleichtfliegerei ist. „Im Spagat zwischen der EASA-Gleichmacherei und den nationalen Regeln, die uns auch nicht immer gefallen, haben wir uns ganz klar gegen die LAPL-Gleichmacherei  und für den deutschen Weg entschieden“, sagte Heike Wieland.

Der DULV hat noch einmal bekräftigt, dass er sich als Prüfstelle für die leichten Luftsportgeräte akkreditieren lassen will. Das personell aufwändige und auch teure Verfahren ist die Voraussetzung, um künftig diese leichten Luftsportgeräte musterprüfen zu dürfen. Das Luftsportgeräte-Büro des DAeC hat nach den alten Regeln in diesen Jahr bereits einige leichte Geräte nach den alten Regeln  geprüft und  wird sich in Zusammenarbeit mit dem VMLL (ein Interessenverband für leichte Luftsportgeräte) und dem DULSV (Deutscher Ultraleichtsegelflug-Verband) ebenfalls um eine Akkreditierung für die Zukunft bemühen.
Bei den Zulassungen von neuen Fluggeräten verwies der Technik-Referent Günter Spitzer auf den ersten elektrisch angetriebenen Dreiachser, der das Verfahren beim DULV durchlaufen hat. Vorläufig ist aber die Flugzeit dieser Maschine durch die Batteriekapazität deutlich begrenzt.

Der Technik-Referent für Tragschrauber, Jörg Seewald, verwies drauf, dass das erhöhte Abfluggewicht auf 560 kg nicht automatisch für jeden Tragschrauber gilt. Dafür müssen entsprechende Festigkeits- und Lärmmessungen erfolgen. Auch sind neue Haftpflichtverträge erforderlich.

Großes Interesse fand der Bericht über das geplante Erprobungsprogramm für ultraleichte Helikopter. Dazu müssen aber erst noch die technischen Spielregeln und Ausbildungsvorschriften erarbeitet werden, erläuterte Seewald. Ein Problem bleibt hier, wie bei anderen aerodynamischen ULs, die Einhaltung der Gewichtsgrenze, die bei 450 kg liegt.  Als spannendes Projekt schilderte Seewald die Zulassungsarbeiten am e-volo-Projekt – einem manntragenden, elektrisch angetriebenen „Quadrocopter“, der von 18 Elektromotoren in die Luft gebracht werden soll.

Um den Nachwuchs bei den Fluglehrern zu gewährleisten, hat der  DULV im abgelaufenen Jahr sieben Lehrgänge ausgerichtet. Künftig wird es eine Fluglehrerfortbildung geben, bei der  es sich in erster Linie um ein vertieftes Sicherheitstraining handeln wird.

Als großen Erfolg konnte Öffentlichkeitsreferent Thomas Keller den Deutschen Motorschirmpokal beschreiben. Bei der Veranstaltung in Ballenstedt trafen sich nicht nur viele Motorschirmpiloten, sondern auch Trike-Flieger. Etliche Hersteller hatten ihre neuesten Produkte präsentiert.

Auf sportlichem Gebiet konnte Wolfgang Lintl auch Erfolge melden: eine Deutsche Meisterschaft in Gelnhausen mit über 20 Teilnehmern, eine Silbermedaille und einen fünften Platz  bei der Europameisterschaft in der Slowakei. Die 25. Jubiläums-DM im kommenden Jahr ist nach Eggenfelden vergeben worden. Die Teilnahme an internationalen Meisterschaften wird vom DULV (und vom DAeC) künftig nach festen Regeln organisiert und auch finanziell gefördert.

Finanziell ist die Lage des DULV ausgeglichen. Bei einem Umsatz von knapp über 900.000  € konnte ein kleiner Überschuss erwirtschaftet werden. Der wird benötigt, um die Aufgaben für die Zukunft wie zum Beispiel die aufwändige Akkreditierung bezahlen zu können.

Die nächste Jahreshauptversammlung wird 2014 in Ballenstedt stattfindet.

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Wolfgang Lintl/pat


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