11.06.2015
aerokurier

Frankreichs UL-Szene trauert Abschied von Dominique Mereuze

Dominique Mereuze, der Präsident des Französischen Ultraleichtfliegerverbandes FFPLUM, ist im Alter von 67 Jahren gestorben.

Dominique Mereuze FFPLUM

Verfechter der ultraleichten Freiheit in Frankreich und Europa: FFPLM-Präsident Dominique Mereuze ist im Alter von 67 Jahren zu seinem letzten Flug gestartet. Foto und Copyright: FFPLUM  

 

„Er ist zu seinem letzten Flug gestartet.“ So steht es unter der Nachricht vom Tod von Dominique Mereuze, dem Präsidenten des Französischen Ultraleichtfliegerverbandes FFPLUM. Den Verband und die Freiheit des ultraleichten Fliegens zu erhalten, das war seine Lebensaufgabe. Gemeinsam mit dem inzwischen ebenfalls verstorbenen Briten Keith Negal, dem DULV-Vorsitzenden Jo Konrad und dem BUKO-Vorsitzenden Wolfgang Lintl legte Dominique Mereuze im Jahr 2004 den Grundstein für die European Microlight Federation (EMF). In dieser Organisation sind inzwischen fast alle europäischen UL-Verbände zusammengeschlossen.

Ziel von Mereuze war es stets, die ultraleichte Freiheiten gegen die Regulierungsbestrebungen der EU und der EASA zu verteidigen. Auch wenn gelegentlich aus den eigenen Reihen Stimmen laut wurden, „irgendwie“ zu einer Vereinheitlichung der gesetzlichen Bestimmungen zu kommen, hat er sich mit großer Vehemenz zwar für die gegenseitige Anerkennung von Lizenzen und Zulassungen über Ländergrenzen hinweg eingesetzt, dabei aber stets die nationale Unabhängigkeit verteidigt.

Obwohl die EMF bereits für 40.000 Mitglieder spricht, war ihm schon früh klar, dass Lobbyarbeit auf europäischer Ebene eine breitere Basis benötigt. Er war Vizepräsident bei der Organisation Europe Air Sports (EAS) und hat dort für den Gedanken gekämpft, mit weniger Regeln und mehr Selbstverantwortung auch in der Allgemeinen Luftfahrt die Freiheit des Fliegens zu erhalten.

Dominique Mereuze war ein französischer Europäer: stolz auf seine eigene Nation und doch völkerverbindend und offen für die europäischen Nachbarn. Dominique war zuletzt mit seiner Frau Yvette als Copilotin in Deutschland, als 2013 weit über 100 französische UL-Flieger bei ihrer „Tour de France“ mehrere Flugplätze in  Süddeutschland besuchten. Sein Engagement, seine Visionen und seine Leidenschaft für den leichten Luftsport werden nicht nur dem französischen Verband fehlen. Dominique Mereuze starb am 10. Juni im Alter von 67 Jahren in Gap/Frankreich.

Mehr zum Thema:
Wolfgang Lintl/pat


Weitere interessante Inhalte
Daniel Scharfenberger steigt ein ScaleWings mit neuem Investor

16.07.2018 - Mit einem neuen Investor an Bord möchte der österreichische Flugzeughersteller ScaleWings die Produktion der SW-51 Mustang schneller als geplant hochfahren. … weiter

8. ulForum.de Treffen am 18./19. August 2018 UL-Piloten treffen sich in Oerlinghausen

11.07.2018 - Andere Piloten kennenlernen, neue Ultraleichtflugzeuge entdecken und fliegerische Erfahrungen austauschen: Diese Möglichkeiten bietet das 8. ulForum.de-Treffen am 18. und 19. August 2018 in … weiter

Unfall in Finnland Atol stürzt bei Testflug in den Wald

10.07.2018 - Der Prototyp des finnischen Amphibiums Atol 650 LSA ist bei einem Probeflug in einen Wald gestürzt. Die beiden Piloten überlebten, erlitten aber Verbrennungen. Die Unfallursache ist bereits bekannt. … weiter

Trockene Wetterlage Waldbrände aus dem Cockpit erkennen

09.07.2018 - Piloten des Luftsportverbands Rheinland-Pfalz sind angesichts der anhaltend trockenen Wetterlage aufgerufen, als fliegende Feuermelder unterwegs zu sein. Es gilt, Brände frühzeitig zu erkennen und zu … weiter

BRS Aerospace Neues Gesamtrettungssystem für die 600-Kilogramm-Klasse

09.05.2018 - Ein zweites Gesamtrettungssystem von BRS Aerospace, das auf 600 Kilogramm ausgelegt ist, hat die deutsche Musterzulassung erhalten. … weiter


aerokurier 06/2018

aerokurier
06/2018
23.05.2018

Abonnements
Digitalabo
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- PA-22 Pacer: Pipers frühe Shortwing
- Segelflug: 50 Jahre ASW 15
- Pilot Report: Niki Kallithea und Lightning
- Praxis: Mit dem UL zwischen Boeing und Airbus
- Luftrecht: Luftsportgeräte im gewerblichen Betrieb