18.02.2017
Erschienen in: 02/ 2017 aerokurier

Einladung an die Welt-EliteStendal-Borstel: Bewerbung um Segelflug-WM 2020

Gibt es in drei Jahren wieder eine Segelflug-WM in Deutschland? Stendal-Borstel hat sich jetzt beworben. Der Flugplatz könnte bis zu 130 Teilnehmer-Flugzeuge aufnehmen.

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Startaufstellung bei der DM 2015. Die Eigenstarter nutzen die Betonbahn. Foto und Copyright: Gerhard Marzinzik  

 

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Stendal, wo liegt das? Das wird heute kaum mehr jemand fragen. Der große, aus den 1930er Jahren stammende Flugplatz, etwas mehr als 100 Kilo­meter westlich von Berlin in der Altmark gelegen, war bereits mehrfach Austragungsort für Qua­li­fikations­meisterschaften. 2015 flogen hier Offene und 18-m-Klasse die Deutschen Meisterschaften aus. Die Holländer wählten Stendal-Borstel wiederholt als Austragungsort für ihre Staatsmeisterschaften. 2008 trainierten hier eine Reihe WM-Teilnehmer für die Titelkämpfe in Lüsse.

Im Frühjahr entscheidet die Internationale Segelflugkommission über die Bewerbung des
Deutschen Aero Clubs für die Weltmeisterschaften 2020 in Offener, 18-m-Klasse und Renn- beziehungsweise 20-m-Doppelsitzerklasse. Für die Organisation vor Ort stehen der DAeC-Landesverband Sachsen-Anhalt und der Aero-Club Stendal hinter der Bewerbung. Henning Schulte, Präsident des Luftsportverbandes Sachsen-Anhalt, hält sich als Direktor der Weltmeisterschaft bereit. Erfahrung bringt Schulte, der 1981 zum Segelflug kam, als Leiter von elf Segelflug-Wettbewerben mit, darunter vier Qualifikationsmeisterschaften und die DM 2015.

Das sportliche Kernteam um Henning Schulte wollen als Sportleiter Dennis Krull und als Auswerter Jan Braune bilden. Die Zusammenarbeit haben die drei bereits sechs Mal beim Elbe-Saale-Pokal auf dem Flugplatz Schöne-beck geübt. Stendal-Borstel kann mit gleich drei wichtigen Voraussetzungen für Segelflug-Weltmeisterschaften punkten. Da ist einmal das riesige Flugplatzareal, das sogar 130 Teilnehmerflugzeuge locker aufnehmen kann; ferner die offene Luftraumsituation, die Abflüge in alle Richtungen erlaubt, und die thermikgünstige Umgebung.

Stendal in der Altmark liegt in dem Sandgürtel, der sich im Nordwesten bis Hamburg und im Osten bis nach Polen hinein erstreckt. Der sandige Boden dieses flachen Geländes begünstigt die Thermik und eine schnelle Erholung des Wetters nach Frontdurchgängen und Regenfällen. Von der Elbe mit weniger gutem Einfluss auf die Thermik liegt der Flugplatz rund zehn Kilometer entfernt. Die Nähe zu dem Strom bewirkt einen etwas späteren Thermikbeginn als im rund 80 Kilometer südöstlich
gelegenen Lüsse. Ansonsten dürften die Piloten in Stendal ganz ähnliche Bedingungen vorfinden wie zu den Weltmeisterschaften 2008 dort.


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Gerhard Marzinzik



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