28.09.2017
Erschienen in: 09/ 2017 aerokurier

Es hat gezwicktSegelflug-DM in Zwickau

So richtig rund war keiner der sechs Wertungstage bei den Deutschen Meisterschaften in der Doppelsitzer- und Standardklasse Ende Juni in Zwickau.Manchem Favoriten fehlte dabei die notwendige Fortune.

ae 09-2017 Segelflug DM Zwickau (01)

Landen ohne Stress. Zwickau bietet viel Platz für große Wettbewerbe. Foto und Copyright: Jan Hornig  

 

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Das Machbare hat Sportleiter Werner Meuser mit seiner reichen Wettbewerbserfahrung als Pilot jeweils sicher erkannt und ausgeschrieben. Der Meisterschaft verhalf das in der verregneten zweiten Wettbewerbswoche zur wichtigen sechsten Wertung.

Kilian Biechele hatte an diesem letzten Tag schon gar nicht mehr an einen Start geglaubt. Vormittags hatte es geregnet, und die Wolken hingen tief, der Wind blies mit bis zu 50 km/h. Und dann wurde es sogar sein Tag. In der Spitze würfelte es die Plätze erstmals durcheinander: Robert Schröder, der die DM in der Standardklasse bis dahin anführte, machte (wohl weniger freiwillig) Teampartner Kilian Biechele Platz und musste Björn Gintzel vorbeiziehen lassen.

Gintzel hatte sich zuvor mit zwei Tagessiegen in die Medaillenränge herangearbeitet. Am vierten Tag war er früh vor dem Gros seiner Klasse abgeflogen und hatte es dann mit seiner Streckenwahl deutlich besser getroffen als der Pulk, der sehr konservativ flog.

Am Tag danach war er bei der Zweieinhalb-Stunden-AAT wieder vorn. Dabei hatte ihm ein ungewollt später Abflug zum Erfolg verholfen. Gintzel: „Es hat dann alles gepasst.“ Die Frühstarter hatten in den schwierigen, super inhomogenen Bedingungen wohl auch alles richtig gemacht, waren aber schon nach zwei Stunden von der Aufgabe zurück. 30 Minuten verschenkten unter anderem Sebastian Nägel, Simon Briel und Michael Buchthal. Enrique Levin verabschiedete sich mit gleich zwei Außenlandungen aus der Spitze.

Team Wörishofen fliegt in die Medaillenränge

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Startaufbau vor drohender Wolkenkulisse. Die zweite Meisterschaftswoche ließ in Zwickau nur einen Wertungstag zu. Foto und Copyright: Jan Hornig  

 

Robert Schröder und Kilian Biechele hatten die Klasse mit ihrem Teamflug dominiert. Erst ein Funkproblem riss sie am letzten Tag auseinander. Der Deutsche Meister in der Doppelsitzerklasse, Tobias Ladenburger, mit Co Leonard Krohmer drängte sich weniger mit Tagessiegen in den Vordergrund. Dank beständig guter Leistungen löste er nach vier Tagen als Gesamtzweiter den führenden Martin Theisinger ab. Der rutschte am verzwickten letzten Tag mit einer punktezehrenden Streckenwertung noch von Gesamtplatz zwei auf Platz acht ab. Hans-Jürgen Schmacht machte diese Erfahrung einen Tag früher, das Ergebnis spülte ihn von Gesamtplatz drei nach unten. Ein Tagessieg sowie beinahe ein weiterer – hätte es das Team Scheuter/van Essen auf Arcus T und die Indexwertung nicht gegeben – reichten der Crew Markus Geisen/Michael Pfennig (Arcus M) nicht mehr für eine Platzierung unter den besten zehn. Bei der Speed Task am fünften Tag hatten sie alles richtig gemacht, am folgenden bremste sie das Ende ihres Wertungsfluges kurz vor dem Zielkreis aus. Ohne Zeitwertung blieben im letzten Rennen auch Martin Theisinger/Moritz Habschied, sie purzelten dadurch von Platz zwei auf den achten Rang der Gesamtwertung. Die Crew Uli Gmelin/Christine Grote schafften es mit ihrem Tagessieg dafür auf den zweiten Platz.

Dass man auch noch mit einem Duo Discus Erfolgschancen haben kann, bewiesen David und Timo Barth mit ihrem dritten Platz. Sechs dieser Zweisitzer mit starrem Flügelprofil sowie eine DG-1000 mischten in der von Arcus dominierten Klasse gegen fünf ASG 32 mit. Wie meinte ein Arcus-Pilot verärgert über die Indexwertung: „Bei dem mäßigen Wetter waren die Dinger nicht abzuschütteln.“


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Gerhard Marzinzik


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