20.01.2018
aerokurier

Segelflug Grand PrixSebastian Nägel triumphiert erneut

Herzschlagfinale beim vorletzten Rennen des Segelflug Grand Prix in Chile: Sebastian Kawa und Sebastian Nägel durchfliegen nahezu gleichzeitig das Zieltor. Am Ende hat der Deutsche die Nase vorn.

Foto und Copyright: sgp.aero  

 

Als Sebastin Kawa als erster den letzten Wendezylinder anschneidet, scheint das Rennen gelaufen. 2300 Meter trennen ihn da noch vom Zieltor. Aber Sebastian Nägel ist ihm direkt auf den Fersen. Mit gut 215 Stundenkilometern gehen beide Flugzeuge in den Endanflug. Nicht einmal zwei Spannweiten sind die Flugzeuge zu diesem Zeitpunkt voneinander entfernt, Nägel ist aber etwa zehn Meter höher als sein polnischer Konkurrent. "This is really really closed", sagt einer der beiden Kommentatoren des Youtube-Livestreams, der das GP-Finale in Echtzeit überträgt. "What an exciting finish!" Kawa überfliegt die Ziellinie als erster, drei Sekunden später ist auch Nägel im Ziel. "Kawa on first, Sebastian Nägel on second place", schlussfolgert der Kommentator, während sein Kollege noch einmal seiner Anerkennung Ausdruck verleiht: "Fantastic finish!"

Zwei Stunden und fünf Minuten über den Anden liegen zu diesem Zeitpunkt hinter den Piloten. Die Racing Task über 295 Kilometer führte die Piloten zunächst nach Norden bis auf die Höhe von Los Andos, dann direkt am Cerro el Plomo vorbei bis weit in den Süden nach Rancagua.

Allerdings: Sowohl Kawa als auch Nägel unterschreiten die Mindesthöhe, die es laut Wettbewerbsregeln zwischen dem Mandatory Reporting Point - dem letzten Wendepunkt, an dem die Piloten ihren Kurs auf die Ziellinie ausrichten - und der Ziellinie aus Sicherheitsgründen gilt. Kawa überreizt und kassiert sechs Strafsekunden, während Nägel lediglich zwei Sekunden aufgebrummt bekommt und damit seinen dritten Tagessieg einfährt.

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Knapper geht es kaum: Sebastian Kawa und Sebastian Nägel kurz vor der Zielline. Screenshot: Lars Reinhold  

 

In den Top Ten ist der Drittplatzierte Thomas Gostner aus Italien der einzige, der die Mindesthöhe einhält. Auch Mario Kiessling, der das Rennen auf Rang vier beendet, nimmt es damit nicht allzu genau und kassiert zwölf Strafsekunden. Aufs Treppchen hätte er mit knapp zwei Minuten Rückstand auf die Führungsgruppe zu diesem Zeitpunkt zwar keine Chance mehr gehabt, allerdings lag Lokalmatador René Vidal nur wenige Sekunden hinter ihm und hätte ihn durchaus noch einen Platz nach hinten drängen können.

In der Gesamtwertung liegt weiter Sebastian Kawa in Führung. Der Pole hat 40 Punkte, Sebastian Nägel liegt mit 37 Zählern auf Rang drei. Mario Kiessling folgt mit 27 Punkten auf Rang drei. Da der Viertplatzierte, der Österreicher Werner Amann, nur 20 Punkte hat, ist Kawa und Nägel ein Podiumsplatz sicher. Um zu gewinnen, muss er im Abschlussrennen vier Punkte mehr holen als Kawa.

Der finale Lauf findet am Samstagabend statt. Die Liveberichterstattung beginnt gegen 18.30 auf www.sgp.aero.



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