06.12.2016
aerokurier

RezensionJung, weiblich, Segelfliegerin

Klassische "Mädchenbücher" gibt es viele, Jugendbücher über das Segelfliegen jedoch kaum. Dabei sind es gerade Mädchen im Teenageralter, die in Büchern "versinken". Doch müssen es immer Pferderomane sein? Fluglotsin und Segelfliegerin Judith Spörl meint nein und möchte mit ihrem Buch "Lena fliegt sich frei" potenzielle Luftsportlerinnen fürs Fliegen begeistern.

Lena fliegt sich frei

Foto und Copyright: Verlag Tredition Hamburg  

 

Die autorin setzt darauf, dass sich Mädchen zwischen zehn und 15 in der Literatur auch für andere Aktivitäten interessieren, wenn man ihre Lebenswirklichkeit darin abbildet. So ist Lena, die Protagonistin ihres Buches, ein typischer Teenager: 8. Klasse, in einer Patchworkfamilie lebend, für Jungs schwärmend. Als ihre beste Freundin Kim nach Berlin zieht, muss Lena sich nach einer anderen Beschäftigung umsehen.

Ihr Vater, Berufs- und PPL-Pilot, nimmt sie mit zum Flugplatz. Hier macht Lena die Bekanntschaft mit den allseits bekannten schrägen Fliegerkameraden, angefangen beim pickligen Flugschüler über den ehrgeizigen Fast-Scheininhaber bis hin zum schrulligen, aber liebenswerten Fluglehrer – und Lena erlebt ihren ersten Segelflug. Von da an steht fest: Lena will segelfliegen.

Die Leser begleiten Lena in ihrer ersten Saison auf dem Flugplatz, fiebern bei ihrem ersten Alleinflug mit, erleben gemeinsam mit der Fliegergemeinschaft tolle Leistungen und kleine Rückschläge und auch das Thema "Jungs" bekommt in Lenas Leben einen ganz neuen Stellenwert. Judith Spörl gelingt das Kunststück, den Nischensport Segelfliegen ganz ohne altkluge Erklärungen und überflüssiges Fachvokabular zu vermitteln – dafür sorgt das Glossar am Ende des Buches. Die Leser tauchen ein in die Welt des Segelfliegens und verstehen schnell, warum sich im Leben des Teenagers bald alles nur noch um Windenstart, Thermik & Co dreht und sie den nächsten Flug ohne Motor kaum erwarten kann. Spörls Sprache ist dabei der Zielgruppe angemessen, ohne übertrieben lässig wirken zu wollen.

Ob "Lena fliegt sich frei" einen plötzlichen Ansturm an potenziellen Flugschülerinnen generiert, bleibt abzuwarten – in jedem Fall aber ist es das perfekte Buch für Mädchen, die den Traum vom Fliegen leben (wollen), und vielleicht sogar auch für (nichtfliegende) Eltern fliegender Kinder, die nach der Lektüre des ganz sicher verstehen werden, warum Segelfliegen einzigartig ist.

Jugendbuch, Verlag Tredition Hamburg, 248 Seiten, Illustrationen von Doreen Goedhart
erhältlich als E-Book (3,99 €), Paperback (10,99 €) und Hardcover (19,99  €)
ISBN Hardcover 978-3-7345-6061-3

Mehr zum Buch und zur Autorin auf der Internetseite.

Mehr zum Thema:
Helge Zembold



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