12.12.2013
aerokurier

Über das Dach der WeltErster Ausflug des MWP-Team in den Himalaya

Große Erleichterung beim Team des Mountain Wave Project in Kathmandu, Nepal. Die S10-Piloten können jetzt die geplanten Expeditionsflüge unternehmen. Nach einer sechswöchigen Tour durch die Ämter haben sie endlich die notwendigen Genehmigungen erhalten.

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Stemme S10: Jetzt geht es in die segelfliegerische Erkundung des Himalaya. Foto: Schwark  

 

MWP-Chefpilot Klaus Ohlmann: „Ich muss sagen, dass ich in meinem ganzen Leben noch nie eine so harte bürokratisch Nuss knacken musste. Fast sechs Wochen war ich nahezu jeden Tag in den grauen Hallen der Ämter unterwegs.“ Er hofft, dass die kooperierenden Wissenschaftler und das Team die durch die Verzögerung verursachten zusätzlichen Kosten und den jetzt sehr hohen Zeitaufwand erbringen können, um die geplante Projektarbeit im Januar angehen zu können. 

Das versmogte Kathmandu hat das Team inzwischen verlassen und ist am geplanten Ausgangsflugplatz für die Forschungsflüge, Pokhara, angekommen. Dort wurde es herzlich empfangen.

Am 10 Dezember konnte schon ein erster Erkundungsflug in die Umgebung unternommen werden. Die vorherrschende feuchte Luft ließ aber noch keine Chance, die tiefste Schlucht der Welt, das Kali Gandakhi, im Segelflug zu erobern. Immerhin war im Motorflug der Blick auf die gewaltigen Festungen des Himalayas, auf Daulaghiri und Annapurna, möglich.

Hangflug in 5000 Metern

Klaus Ohlmann: „Erst in 5000 Meter zeigte das LX 9000 rund 25 km/h aus 300 Grad an. Eigentlich hätte das ausreichen sollen, um hangzusegeln. Ich tastete mich vorsichtig an der riesigen Westwand des Annapurnas entlang. Es war enorm schwierig, die Distanz zum Fels abzuschätzen. Keine dem menschlichen Auge vertraute Messgröße in Form von Bäumen oder Menschen half. Nackter Fels mit einigen Schneeflecken ließ keine saubere Distanzschätzung zu. Die schiere Größe dieser Berge gebieten einfach einen respektvollen Abstand.“

 Erstes Fazit von Klaus Ohlmann: „Nach der Landung dämmerte allmählich die Erkenntnis, dass es ganz gewiss nicht einfach sein wird, den mächtigen Berggöttern ihre Geheimnisse zu entreißen. Unser erster Flug war sehr beeindruckend und ich bin eigentlich fast froh, diese gewaltige Natur erst einmal vorsichtig erkunden zu können, bevor wir mit den wissenschaftlichen Flügen anfangen.“

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Gerhard Marzinzik


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