21.03.2012
aerokurier

Tipps für Trips: VilshofenDie kleine Dreiflüssestadt

Herrliche Lage im Donautal, die Piste nah am Wasser, die schnuckelige Altstadt ein paar Gehminuten entfernt: Wer in Vilshofen noch nicht gelandet ist, hat etwas versäumt.

Schon der Anflug hat Erlebniswert: rechter Hand die eng gebaute Altstadt, geradeaus der Blick in das Donautal und voraus die 1138 Meter lange Piste. Vilshofen hinterlässt einen starken Eindruck, noch bevor die Räder den gut gepflegten Asphalt des Verkehrslandeplatzes am Rande des südlichen Bayerischen Waldes berühren.

Und so eine Parkposition muss man auch erst einmal bekommen: Nur ein paar Meter sind es bis zur Donau, am anderen Ufer erhebt sich das verwinkelte Städtchen wie auf einer Halbinsel, darüber thront der imposante, doppeltürmige Klosterbau der Benediktinerabtei Schweiklberg.

Der erste Weg nach dem Verzurren an den freundlicherweise vorinstallierten Bodenösen führt naturgemäß auf den Turm, den man mit einem ersten touristischen Briefing und auf Wunsch mit einem Leihfahrrad, einer Zimmerreservierung und eventuell einem Hallenplatz wieder verlässt. Der zweite Weg sollte dann in das qualitätsbewusste Restaurant führen, um die fantastische Aussicht und ein bayerisches Kaltgetränk zu genießen.

Vilshofen ist ein touristisches Ziel der kurzen Wege. Und so ist eine beliebte Attraktion in nur wenigen Minuten erreicht: Zu Fuß geht es über die Donaubrücke bis zum Schiffsanleger. Von dort aus lässt es sich gemütlich in eineinhalb Stunden stromabwärts nach Passau schippern. Ausgestiegen wird in der Altstadt, wo Donau, Inn und Ilz zusammenfließen. Für den Schiffsausflug kann man bereits auf dem Turm von EDMV eine „Vorteilskarte“ erhalten, die immerhin 7,5 Prozent Ermäßigung einbringt.

Was nicht heißen soll, dass Vilshofen sonst nichts zu bieten hätte, im Gegenteil. Mit drei Flüssen zum Beispiel kann es auch aufwarten. Hier sind es Donau, Vils und Wolfach, die das Stadtgebiet umschließen und seit Jahrhunderten seine Architektur prägen. Vilshofen ist eine alte Stadt, die ihre urkundlich belegte Geschichte mehr als 1200 Jahre zurückverfolgen kann. Dem Besucher von heute präsentiert sich eine muntere bayerische Kleinstadt mit gut 16000 Einwohnern, die Wert legt auf Gastlichkeit und Kultur. Die „gute Stube“ ist der Stadtplatz, der auch die Haupteinkaufsstraße ist. Hier reihen sich kleine Läden, Cafés und Gasthäuser aneinander. Natürlich genießt man im Sommer sein Eis oder Weißbier unter freiem Himmel, schließlich ist man in Bayern, in Niederbayern, um genau zu sein. Nicht nur deswegen ist geruhsame Gangart angesagt. Sehenswert sind die farbenfrohen Fassaden im Inn-Salzach-Stil, wie es sie auch in Mühldorf, Passau oder Linz gibt. Typisch dafür sind die Blendgiebel, hinter denen sich der Dachstuhl verbirgt. Fast ausnahmslos jedes Haus hat eine sehr interessante Baugeschichte. Das Rathaus zum Beispiel war lange Zeit eine Gastwirtschaft. Gewölbe im Erdgeschoss verraten, dass hier schon vor 800 Jahren ein Haus stand. Interessant ist auch, dass ein Großteil der Altstadt unterkellert ist.

Ideal für das Kennenlernen ist eine Stadtführung, eventuell sogar mit dem „barocken Stadtbaumeister Bartholomäus Viscardi“, der seine Gäste auf eine Zeitreise durch die Vilshofener Geschichte mitnimmt. Bei der Gelegenheit bekommt man unweigerlich zu hören, dass der Erfinder des Pilsener Bieres, der Braumeister Josef Groll, ein Sohn der Stadt ist.

Apropos Bier: Bundesweit bekannt ist Vilshofen durch den „Politischen Aschermittwoch“, an dem seit den Zeiten Franz Josef Strauß´ genussvoll auf den politischen Gegner eingedroschen wird. Den Ort des Geschehens, die Traditionsgaststätte „Wolferstetter Keller“, gibt es noch immer, einschließlich der Kegelbahn ohne Elektrizität.

Kirchenfreunde kommen in Vilshofen voll auf ihre Kosten. Neben der Benediktinerabtei mit ihren Jugendstilelementen lockt vor allem die Stadtpfarrkirche mit ihrer schönen Barockausstattung.
Jährlich wiederkehrende Attraktionen sind das Feuerwerk- und Musikfestival „Donau in Flammen“, das stets im Juli Tausende aus nah und fern anzieht, und der „Schwimmende Christkindlmarkt“.

Die nähere Umgebung ist – der Blick aus dem Flugzeug lässt unweigerlich heftige Vorfreude aufkommen – ein überaus reizvolles Revier für einen Kurzurlaub. Es gibt hervorragende Rad- und Wanderwege, die zum Beispiel durch das liebliche Vilstal oder entlang der Donau führen. Wer sich sportlich darüber hinaus fordern will, kann Kanu fahren, tauchen oder auf der Kunsteisbahn Runden drehen. Sogar einen kleinen Bootshafen nebst Wohnmobil- und Zeltplatz hat Vilshofen zu bieten.. Zu sehen und zu erleben gibt es jedenfalls in Stadt und Region für Jung und Alt genug. Für einen Tag, ein Wochenende oder länger.

Vilshofen (EDMV): Auf einen Blick:

Bahnlänge: 1257 x 20 m; Start/Landung 1000 m (PPR 1257 m)
Zugelassen für Flugzeuge bis 9000 kg
Betriebszeiten: täglich von 9 Uhr bis 19 Uhr Lokalzeit (Winterzeit: SS +30)
Treibstoff: Avgas 100LL, Jet A-1
Betriebe am Platz: Pilotenservice Rieger, AirElectric Saller
Internet: www.edmv.de



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