15.11.2016
Erschienen in: 10/ 2016 aerokurier

Tipps für Trips: DonaueschingenZwischen Barock und Jugendstil

Neben regelmäßigen hochkarätigen Veranstaltungen bietet die Residenzstadt Donaueschingen auch viele bauliche Besonderheiten. Der stadtnahe Flugplatz mit dem Hotel Concorde gehört dazu.

Direkt aus dem Cockpit an die Hotelrezeption – es gibt nicht allzu viele lukrative fliegerische Reiseziele, die das bieten. Die Stadt Donaueschingen ist hier sicher mit an erster Stelle zu nennen. Durch ihre Lage zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb eröffnen sich bereits beim Anflug imposante Eindrücke. Aber auch nach der Landung bietet die Stadt höchst vielfältige Freizeitangebote auf kürzesten Wegen, was sie für einen Kurztrip attraktiv macht.

Das fängt schon bei der Unterbringung an. Wer hier aus dem Flugzeug steigt, um am Tower die Landegebühr zu entrichten, kommt direkt am Eingang zum Hotel Concorde vorbei. Das Hotel ist beileibe keine Notabsteige für verirrte Piloten, denn es wird dank seiner Nähe zum Zentrum und der guten Anbindung über die Bundesstraße 27 und die Autobahn 864 an die A 81 auch von Nicht-Fliegern intensiv genutzt. Modern ausgestattete Tagungsräume sowie die exzellente Küche haben das Concorde auch für geschäftliche Zwecke zu einer gut frequentierten Adresse in der Region gemacht. Schließlich sind hier reichlich Parkplätze zu finden – für Kleinflugzeuge ebenso wie für Autos.

Das stark von Jugendstil- und Barockbauten geprägte Zentrum der Fürstenbergischen Residenzstadt liegt nicht mal dreieinhalb Kilometer vom Flugplatz entfernt. Wer den Grünstreifen auf der Zubringerbrücke über die Bundesstraße nicht scheut, kann in wenigen Minuten sogar zu Fuß vom Flugplatz in die Stadt gelangen – zum Beispiel, um sich an der Touristeninformation in der Karlstraße ein Elektrofahrrad auszuleihen. Das ergibt Sinn, denn die Stadt liegt direkt am Donau-Radwanderweg, der an das Radwegenetz der Landkreise Rottweil und Schwarzwald-Baar, auf dem mehr als 30 Routen ausgewiesen sind, angebunden ist.

Und wer die Gegend nicht nur aus der Luft, sondern auch zu Lande erkunden will, wird sich angesichts mancher Steigung über die motorunterstützten Drahtesel freuen. Damit der eigene Energiehaushalt derweil nicht in die Knie geht, versorgt das Concorde seine radfreudigen Gäste, denen es auch günstige Arrangements anbietet, mit Lunchpaketen für eine Tagestour. Auch wer in der Stadt bleiben und nicht alles auf Schusters Rappen erkunden will, wird bedient. Die E-Bikes werden sowohl tage- als auch halbtagsweise zu Preisen von 15 und 25 Euro vermietet. Allerdings sollte sich, wer das in Anspruch nehmen will, zuvor mit dem Tourismusbüro in Verbindung setzen, und im Sinne der Lizenzsicherheit eine Besichtigung der historischen Fürstenberg-Brauerei vielleicht auf die Zeit nach Rückgabe des Zweirades terminieren.

Radeln und Lustwandeln

Zuvor bietet sich eine Besichtigung des Residenzschlosses an. Das an den Barock angelehnte Palais liegt inmitten eines großen Parks, der in Teilen zum Donau-Radwanderweg gehört. Man darf also, muss aber keineswegs dort absteigen. Das bietet sich allerdings an, zum Beispiel am Zusammenfluss von Brigach und Breg, die sich mitten im Park zur jungen Donau vereinen. Nur unweit dieser Stelle zwischen Schloss und der im böhmischen Barock erbauten Stadtkirche St. Johann Baptist, befindet sich die Quelle des Donaubachs. Es handelt sich bei ihr um eine sogenannte Karstaufstoßquelle. Was es damit auf sich hat, kann man auf den Erlebnistouren erfahren, die von April bis Oktober während der Öffnungszeiten bis 21 Uhr angeboten werden. Spätestens dann wäre es ohnehin Zeit für ein gepflegtes Bierchen im „Bräustüble“, das direkt am Quelltopf vis-a-vis der Brauerei liegt. 

Die gibt es bereits seit dem 13. Jahrhundert, denn Bier brauen gehörte zu jenen Rechten, mit denen der habsburgische König Rudolf I. im Januar 1283 den Grafen Heinrich I. von Fürstenberg belehnte. Seither spielt das Adelsgeschlecht auch international die erste Geige bei den kulturellen Attraktionen der Stadt. Zeugnis dieses Mäzenatentums sind nicht nur die Fürstlich Fürstenbergischen Sammlungen, die vom Reiseurinal Napoleons bis zu naturkundlichen Sammlungen mit exotischen Tierpräparaten und selbst moderner Kunst ein weites Spektrum umfassen. 

Auch die Donaueschinger Kammermusikaufführungen zur Förderung zeitgenössischer Tonkunst – heute besser bekannt als Donaueschinger Musiktage – wurden unter der Protektion von Max Egon II. von Fürstenberg von dessen Musikdirektor Heinrich Burkhard 1921 gegründet.

Faustus, Pferde und Musik

Welch internationale Bedeutung diese Veranstaltung bereits ein knappes Vierteljahrhundert später hatte, ist auch in einer literarischen Reminiszenz bezeugt. Dem tonsetzenden Protagonisten in Thomas Manns „Doktor Faustus“, Adrian Leverkühn, gelingt es, als Begründer der Zwölftonkunst seine Gesta mithilfe einer Gönnerin in Donaueschingen zur Aufführung zu bringen. Freilich nur in der Fiktion des Mann’schen Romans, der zum Zerwürfnis des Literaten mit dem wirklichen Urheber dieser Technik, Arnold Schönberg, führte. Dass außer dessen auch die Werke Hindemiths, Strawinskys oder auch jüngerer Komponisten wie Karlheinz Stockhausen dort Bekanntheit erlangten, zeigt, welche Stellung den Musiktagen bis heute zufällt.

Wer aus musikalischem Interesse einen Ausflug in die Residenzstadt erwägt, muss allerdings auf das Flugwetter Mitte Oktober spekulieren. Vom 14. bis 16. Oktober finden sie in den Donauhallen und an anderen Orten statt. Auch für Pferdefreunde ist Donaueschingen durchaus einen Besuch wert, findet doch hier im September jährlich das „Fürst Joachim zu Fürstenberg Gedächtnisturnier“ statt, bei dem sich internationale Größen im Springreiten, der Dressur sowie dem Gespannfahren ihr traditionelles Stelldichein geben.

Zum Seele-baumeln-Lassen ist ein Ausflug nach Donaueschingen mit Check-in im Concorde eine Option. Für Paare bietet das Hotel ganzjährig ein All-Inclusive-Arrangement einschließlich Candlelight-Menü, Shuttleservice und Tickets für die Solemar-Therme im benachbarten Bad Dürrheim an. Wer allein fliegerischer Ambitionen wegen nach Donaueschingen reisen möchte, sollte das kommende Frühjahr vormerken – von Ende April bis Anfang Mai veranstaltet die Schweizer Präzisionsfliegervereinigung dort ihr alljährliches Training für exaktes Fliegen.

aerokurier Ausgabe 10/2016




aerokurier 12/2017

aerokurier
12/2017
22.11.2017

Abonnements
Digitalabo
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Pilot Report: TAF3 Flamingo
- Messebericht: NBAA-BACE
- Übungen Flugpraxis
- Sicherheit von Elektroantrieben
- Segelfliegertag 2017
- Schulgleiter SG38 am Gummiseil
- Konferenz zur Flugsicherheit

Gebrauchtflugzeuge, Luftfahrtzubehör, Reiseangebote und vieles mehr:

aerokurier Online-Markt