02.01.2017
Erschienen in: 12/ 2016 aerokurier

Flieger, Moore, SpukKurztrip: Rostock und Groß Potrems

Groß Potrems ist ein verstecktes Rittergut südlich von Rostock. Wer es ansteuert, trifft auf ein charmantes Schlosshotel, das einige Überraschungen bereit hält.

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Wer sich dem Verkehrsflughafen Rostock-Laage aus nördlicher Richtung nähert, braucht unmittelbar nach Einflug in die Kontrollzone via November nur seinen Blick in südöstliche Richtung zu lenken. Dort ist in Verlängerung der nördlichen Spitze des Dolgener Sees ein kleines Waldstück inmitten einer großen Ackerbaufläche zu entdecken. Direkt vom Waldrand beschirmt, liegt darin ein an den Klassizismus angelehnter, prunkvoller Bau aus dem späten 19. Jahrhundert – das erst vor wenigen Jahren neu eröffnete Schlosshotel Nordland. Das Gebäude, nach einem Großbrand 1889 neu errichtet, geht auf ein bis ins Spätmittelalter unter dem Namen Potremetze nachweisbares Rittergut zurück, das für drei Jahrhunderte im Eigentum derer von Bülow stand, ehe es nach mehreren Besitzerwechseln Anfang des 19. Jahrhunderts von Fritz von Gadow erworben wurde.

Der Spross dieser märkischen Adelsfamilie muss Jahrzehnte um die landwirtschaftliche Konsolidierung seiner neuen Heimat gerungen haben, denn erst seine Nachfahren konnten den Bau eines Herrenhauses in den 1870er Jahren in Angriff nehmen. Nach zwei Weltkriegen und der Enteignung des sich zu einem prosperierenden Landwirtschaftsbetrieb entwickelten Besitzes diente das als Schloss bezeichnete Gutshaus zunächst der Unterbringung von Flüchtlingen, ehe es zu einem Dorfzentrum wurde, in das schließlich auch ein Konsum Einzug hielt. Dem anschließenden Verfall konnte erst durch die sukzessive Entwicklung zum Hotelbetrieb nach der Wende Einhalt geboten werden.

Vom Flughafen Laage sind es nur sieben Kilometer bis dorthin. Folgt man der Bundesstraße 103 Richtung Rostock, macht etwa auf der Hälfte der Strecke zwischen Flughafen und Hansestadt ein großes Schild auf den Abzweig zum Schloss aufmerksam. Nach zweifachem Abbiegen liegt rechts vor dem Hauptbau der alte Marstall. Hier bringt das Pilot Training Network angehende Verkehrspiloten unter. Laage ist einer von drei Standorten der Lufthansa-Tochter, an dem der Kranich-Nachwuchs auch für reale ILS-Anflüge trainiert wird. Da dort trotz sowohl ziviler als auch militärischer Nutzung kein überbordender Verkehr tobt, können auch Piloten der General Aviation nach Voranmeldung eine zügige Anflug- und Landefreigabe erwarten. Wegen der Bedeutung Laages als zentralem Airport Mecklenburg-Vorpommerns kommt man nach der Landung jederzeit problemlos weiter, ob per Taxi oder per Leihwagen. Für Reisende, die mehr als nur eine Nacht bleiben und nicht nur die Natur genießen wollen, lohnt sich das Mietwagenangebot besonders, um kurzweilige Ausflüge nicht nur in die nahe Hansestadt und Warnemünde, sondern auch in die weitere Umgebung zu unternehmen.


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