06.10.2017
aerokurier

Luftrettungsstaffel BayernStützpunkt am Flugplatz Schweinfurt-Süd

Die Luftrettungsstaffel Bayern ist fester Bestandteil der Katastrophenschutz-planung des Freistaates. Seit Mitte September fliegt sie nun auch ab Schweinfurt. Bei der Indienststellung lobte der Staatssekretär des Innenministeriums Bayern das ehrenamtliche Engagement der Piloten.

Luftrettungsstaffel Bayern - Ehrenamtliche Piloten des Aero-Clubs Schweinfurt

Die Piloten des Aero-Clubs Schweinfurt sind ab nun für die Luftrettungsstaffel Bayern unterwegs. Foto und Copyright: Willi Schmidt  

 

Der neue vierte Stützpunkt in Unterfranken wurde am Donnerstag, den 21. September durch den Staatssekretär des Innenministeriums Bayern, Gerhard Eck, feierlich in Dienst gestellt. Der Vorsitzende des Aero-Clubs Schweinfurt, Udo Winterstein, hatte die Anwesenden in seiner Ansprache zu einem ersten virtuellen Beobachtungsflug eingeladen. Die Tour startete in der Staatskanzlei München und führte die geladenen Gäste über Franken bis zum Zielflugplatz nach Schweinfurt-Süd. Sein Verein, so schilderte Winterstein, habe sich schon vor mehreren Jahren bereit erklärt, der Luftrettungsstaffel als aktiver Partner beizutreten, wenn die Bereitstellung von Flugzeugen und Piloten erforderlich würde. Karl Herrmann, Präsident der Luftrettungsstaffel Bayern, freute sich über dieses Engagement. Es sei ein günstiger Zeitpunkt, um in die Luftrettungsstaffel einzutreten, erklärte Herrmann – so kurz vor dem Jubiläum des 50-jährigen Bestehen der Organisation.

Staatssekretär Gerhard Eck wies in seiner Rede auf die Bedeutung der Inneren Sicherheit in Bayern hin, zu der auch das Ehrenamt einen wichtigen Beitrag leiste. Bayern sei bekannt für ein hohes Maß an Sicherheit, und diese entstehe durch das Zusammenwirken vieler Kräfte. Sicherheit sei daher ein maßgeblicher Faktor für den Standort Bayern. Diese Aufgabe könne nicht alleine von der Polizei und den Behörden übernommen werden. In Bayern seien allein neun von zehn Mitarbeitern, die im Rettungswesen arbeiten, freiwillig im Dienst. 403 000 ehrenamtlichen Helfern bei den Feuerwehren, im Rettungsdienst, beim THW und im Katastrophenschutz stünden etwa 20 000 beim Staat angestellte Polizisten gegenüber. Die Luftrettungsstaffel Bayern sei seit vielen Jahren ein Baustein in diesem System. Dass Vereine und Piloten ihre Flugzeuge und ihre Qualifikation einer guten Sache zur Verfügung stellen, sei ein vorbildlicher Dienst in der Gesellschaft und für die Heimat. Anschließend überreichte er das Stützpunktschild an Udo Winterstein und den neuen Stützpunktleiter Wilhelm Reinke. Die Übergabe der Einsatzausweise an die zehn bislang zur Verfügung stehenden Einsatzpiloten für die zwei Motorflugzeuge und den Motorsegler des Vereins beendete den offiziellen Teil der feierlichen Indienststellung.

Die Luftrettungsstaffel Bayern

Staatssekretär Gerhard Eck

Gerhard Eck, der Staatssekretär des Innenministeriums Bayern, lobte das Engagement der Piloten. Foto und Copyright: Peter Wiggen  

 

Die Luftrettungsstaffel Bayern, gegründet 1968, ist einzigartig in Deutschland. Seit 1973 gehört sie zum festen Bestandteil der Katastrophenschutzplanung des Freistaates. Wenn die ehrenamtlich und unentgeltlich arbeitenden Piloten der Staffel fliegen, dann werden sie immer von einem speziell ausgebildeten Luftbeobachter des Katastrophenschutzes, der Forstverwaltung oder der Kreisverwaltungsbehörden begleitet. Über den Behördenfunk haben diese jederzeit Kontakt zu den Rettungsleitstellen oder Einsatzkräften vor Ort.

Eingesetzt werden sie vor allem für Aufgaben des Waldbrandbeobachtungsdienstes ab einer erhöhten Brandgefahr der Wälder der vierten oder fünften Stufe. Das Innenministerium von Bayern und die örtlichen Verwaltungsbezirke fordern dann die Flugzeuge der Luftrettungsstaffel an. Auf festgelegten Routen, auf denen die am meisten gefährdeten Gebiete überflogen werden, sind die Beobachter in der Regel etwa zwei Stunden unterwegs. Jedoch erfüllt die Luftrettungsstaffel auch noch andere Aufgaben. Mit Sondererlaubnissen ausgestattet werden zum Beispiel bei Hochwasserlagen Übersichts-Foto-Dokumentationen und Einsatzpläne erstellt. Für den Umweltschutz sind die Piloten oft für Walddokumentationen nach Schädlingsbefall oder Windschlag im Einsatz.

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 117 Einsatzflüge von den Forst- und Regierungsbehörden angefordert. Zur Aufrechterhaltung eines hohen Qualitätsstandards bei den Überwachungsflügen finden jährliche Ausbildungs- und Weiterbildungsseminare statt, damit sowohl die Piloten als auch die Luftbeobachter bei Einsätzen auch praktisch zusammen üben können. Die Einsatzpiloten - im Jahr 2016 waren es 304 benannte Piloten, die auf 151 Flächenflugzeuge und fünf Hubschrauber zurückgreifen können - sind darauf ausgerichtet, auch bei ihren privaten Flügen besonders auf die Einsatzzwecke der Luftrettungsstaffel zu achten und gegebenenfalls die entsprechenden Rettungsstellen zu informieren.

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Peter Wiggen



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