16.09.2010
aerokurier

PC-12 Nummer 1000 ausgeliefertSchweizer Wertanlage

Der Schweizer Hersteller Pilatus hat die Übergabe der 1000. PC-12 gefeiert. Die edle Turboprop-Einmot ist der bedeutendste Umsatzbringer für den Schweizer Hersteller. <br />

Seit 1994 wird die PC-12 in Serie gebaut, 1000 Flugzeuge in 16 Jahren sind eine beeindruckende Bilanz, zumal für so ein ungewöhnliches und nicht gerade billiges Flugzeug.
Etwa 4,4 Millionen Dollar kostet die Einmot heute, mehr als der eine oder andere kleine Jet.
Dabei war der Anfang des Programms durchaus holprig gewesen: Der Prototyp der PC-12 war bereits am 31. Mai 1991 zu seinem Erstflug gestartet. Bei der Flugerprobung hatte sich jedoch gezeigt, dass das Flugzeug mit der gewählten Spannweite und dem Klappensystem die für eine Zulassung notwendige Mindestfluggeschwindigkeit von 61 Knoten nicht erreichen würde.
Deshalb vergrößerten die Ingenieure die Spannweite leicht, verpassten dem Flugzeug Winglets und modifizierten das Klappensystem entsprechend, so dass die Schweizer und die FAA-Zulassung im Sommer 1994 erteilt werden konnte.
Das vergangene Jahr war hinsichtlich der Auslieferungen das bisher beste für die PC-12: 100 Exemplare haben die Schweizer an ihre neuen Eigentümer übergeben.
Im Jahr zuvor sind es 97 gewesen. Damit hat die PC-12 im vergangenen Jahr die Verkaufshitparade in ihrer Klasse angeführt.
Das ist umso bemerkenswerter, als die Branche insgesamt unter der schwachen Nachfrage sehr gelitten hat. Seit 2002 ist die Zahl der PC-12-Auslieferungen ohne Unterbrechung von Jahr zu Jahr gewachsen.
Die globale Wirtschaftskrise ist natürlich auch an Pilatus nicht spurlos vorbeigezogen. Es gab Stornierungen, die Verkäufe liefen schleppend und im Herbst musste der Hersteller Kurzarbeit anordnen. Letztere wurde in diesem Frühjahr wieder aufgehoben.
Der weitaus größte Teil des Umsatzes, rund drei Viertel, geht auf das Konto der Vielzweck-Turboprop. Pilatus ist außerdem im Trainer- und im Wartungsgeschäft engagiert. Die bewährte Pilatus PC-6 Turbo-Porter wird noch immer produziert, allerdings in sehr geringer Stückzahl.
Die PC-12 wird somit nach Lage der Dinge auch in den nächsten Jahren der wichtigste Umsatzbringer bleiben. Pilatus hat das Flugzeug kontinuierlich modernisiert. 2008 ist die PC-12NG auf den Markt gekommen; sie besitzt ein stärkeres Triebwerk, ein Primus-Apex-Glascockpit und eine neu gestaltete Kabine.

Das Flugzeug wird meist mit der sechssitzigen Executive-Kabine bestellt. Pilatus bietet weitere Standardkonfigurationen an, darunter eine mit neun Passagiersitzen und eine kombinierte Passagier-Fracht-Ausführung. Die breite Frachttür hat jede PC-12. Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, die sich daraus ergeben, sind ein Teil des Erfolgs des Schweizer Produktes.
Die PC-12 ist auf der ganzen Welt unterwegs, als privates Reiseflugzeug, als Frachtflugzeug im Paketdienst, im Charterverkehr ebenso wie bei der kanadischen Polizei, der US-Einwanderungsbehörde oder als Ambulanzflugzeug beim Royal Flying Doctor Service in Australien.



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