10.11.2015
Erschienen in: 06/ 2015 aerokurier

Klare Kante (Teil 3) Aus Schweden auf die Schwäbische Alb

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Die Anforderungen an das zu findende neue Schleppflugzeug waren nicht ohne, schließlich sollte es mit den schweren Doppelsitzern und der Platzhöhe von 700 Metern über dem Meeresspiegel zurechtkommen. Husky, Maule, DR400-180 oder andere bekannte Schleppflugzeuge wurden verworfen, die Pawnee in der 235-PS-Ausführung dagegen erschien ideal. Ein augenscheinlich schönes Exemplar wurde in Schweden ausfindig gemacht und schließlich auf die Schwäbische Alb geholt.

Die Piper ist 1963 gebaut worden und hat die ersten drei Jahrzehnte ihres Lebens als Sprühflugzeug in den USA verbracht. Die Schweden hatten sie dann nur noch  zum Schleppen verwendet. Das Wunschflugzeug der Grabenstettener Fliegerkameraden zeigte sich in einem guten Zustand, allerdings waren einige Umbauten erforderlich, um der radaufreudigen Piper Rücksichtnahme auf deutsche Lärmvorschriften beizubringen. So bekam sie einen Vierblattpropeller und einen Gomolzig-Auspuff verpasst. 

Im Grabenstettener Verein fliegt die Pawnee im Schleppbetrieb  richtig viel. 70 bis 90 Stunden kommen im Jahr locker zusammen. Hansjörg „Hanko“ Streifeneder, in der Szene auch bekannt als Pilot der „Bravo-Lima“-Piperstaffel, ist jedenfalls noch immer bestens zufrieden mit der Entscheidung von damals. Ihm leuchtet das Konzept der Piper mit ihrer sicherheitsbewussten Bauweise, gepaart mit Leistungsreserven und Wirtschaftlichkeit, noch immer ein. „Man muss“, sagt er, „die Philosophie der Pawnee verstanden haben.“ Im täglichen Schleppbetrieb spielt sie ihren Leistungsüberschuss aus,  indem sie kurze Schleppzeiten und damit schnelle Umläufe ermöglicht. Derzeit wird die Grabenstettener Pawnee wegen eines Hagelschadens im Sommer 2013 komplett neu aufgebaut. Dies findet in Zusammenarbeit mit einigen Vereinsmitgliedern in den Räumlichkeiten der Firma Glasfaser-Flugzeug-Service statt. 

aerokurier Ausgabe 06/2015


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