03.06.2015
aerokurier

Flattern beim ErprobungsflugLandung ohne Höhenruderfunktion

Ein kurzer Testflug mit seinem selbstkonstruierten und gebauten Flugzeug MAL 04 endete für Josef Horst Malliga mit einer glücklichen Notlandung in Zeltweg. Das Flugzeug wurde nach dem Leitwerksflattern, bei dem das Höhensteuer blockierte, fast total zerstört. Malliga kam mit nur einer Rippenprellung davon.

MAL04 Fliegercombi -Helm 001

Horst Malliga mit seinem Pusher MAL 04. Bei der Notlandung wurde das Eigenbauflugzeug total zerstört. Foto und Copyright: Malliga  

 

Bei dem Leitwerk-Flattern brach das rechte Pendelhöhenruder und blockierte die Höhensteuerung. Den Anflug zur Notlandung steuerte Malliga nur über die Leistung des Motors.

Malliga beschreibt seine Reaktion nach dem Auftreten des Flatters so: Gas zurück, ein Knacks und das Höhenruderflattern war ruckartig zu Ende. Doch der Steuerknüppel war blockiert und es stellte sich ein Bahnneigungsflug von zirka zehn Grad ein. Ich gab wieder Gas, und der Bahnneigungsflug verringerte sich auf rund fünf Grad. Dann Fahrwerk raus, Klappen auf Start und Kurs zum Queranflug auf die „26“ von Zeltweg. Mit Gas hielt ich den Gleitwinkel bei rund 130 Knoten. Der Gleitwinkelpunkt lag so in der Aufsetzzone der „26“.

Als die Landung gesichert erscheint, zieht Malliga kurz vor der Bahn das Gas zurück.  Zu früh. Die Reaktion führt sofort wieder in eine viel steileren Sinkflug. Mit fünf Grad Querlage streift die rechte Fläche den Zaun vor dem Fliegerhost. Die Maschine dreht sich um rund 90 Grad nach rechts und setzt noch im Gras auf, rund zehn Meter vor der Landebahn. Nach rund fünf Rotationen und rund 400 Meter Rutschstrecke auf der Landebahn kommt die MAL-04 zum Stehen.

Die Rettungsmannschaft ist sofort da. Auch ein Arzt, aber Malliga kann das Cockpit eigenständig verlassen. 

Malliga hat hat reichlich Erfahrung mit schnellen Eigenbau-Flugzeugen. Mit seinem ersten, in der aktiven Dienstzeit als Heerespilot gebauten BEDE 5 hat über 20 Jahre lang den offiziellen FAI-Geschwindigkeits-Weltrekord (372Km/h mit 74PS) gehalten.

Die Unfallmaschine MAL 04, die einmal über 600 km/h schnell werden sollte, kommt jetzt ins Heeresgeschichtliche Museum in Zeltweg oder wird verschrottet.

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Gerhard Marzinzik


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