25.10.2016
aerokurier

PilotenlegendeLuftfahrt trauert um Bob Hoover

Robert A. "Bob" Hoover war einer der bekanntesten Kampf- und Airshowpiloten der USA. Am 25. Oktober starb er im Alter von 94 Jahren.

Bob Hoover 2

Bob Hoover (r.) im Gespräch beim EAA Air Venture in Oshkosh. Foto und Copyright: EAA  

 

Bob Hoovers Pilotenkarriere liefert mehr als genug Stoff für einen Roman: Seine Flugausbildung in Nashville finanziert sich Hoover mit Gelegenheitsjobs in Supermärkten. Schon früh steuert er seine Maschine in Rollen und Loops und bringt sich die Aerobatic-Fliegerei selbst bei. Mit einer Fluglizenz in der Tasche ist sein Weg klar, als er zur National Guard eingezogen wird: Man entsendet ihn zum Pilotentraining in der US-Army. Im Zweiten Weltkrieg ist Hoover zunächst Testpilot, der neue Flugzeuge auf ihre Einsatztauglichkeit prüft. Später fliegt er selbst mit einer Spitfire Kampfeinsätze. Bei seinem 59. Feindflug wird er über Frankreich von einer Fw 190 abgeschossen und gerät in deutsche Kriegsgefangenschaft. 16 Monate verbringt er in Gefangenenlagern, zuletzt im Außenlager Barth des KZ Ravensbrück. Hier gelingt ihm das Husarenstück, aus dem Lager auszubrechen, auf dem angrenzenden Fliegerhorst eine Fw 190 zu stehlen und mit dem Flugzeug bis in die inzwischen befreiten Niederlande zu flüchten.
Nach dem Krieg wird Hoover Mitglied der Flight Evaluation Group in Dayton, Ohio und testet Beuteflugzeuge aus Japan und Deutschland. Weitere Stationen seiner Karriere sind General Motors, wo er Hochleistungsflugzeuge und Allison-Turbinen testet. Später verpflichtet ihn Rockwell, hier fliegt er die FJ-2, die F-86D und die F-100 und bildet andere Piloten aus.
Später macht er vor allem durch Rekorde von sich reden. So stellt er 1978 bei der ILA in Hannover mehrere Steigflugrekorde auf, und 1985 fegt er in einer P-51 von Daytona Beach aus innerhalb von fünf Stunden und 20 Minuten nach Los Angeles. Seine gelbe Mustang wird der Star auf vielen Flugshows, seine spektakulären Kunstflugprogramme – in denen er sich nebenbei schon mal Getränke einschenkt – sind legendär. Für seine Leistungen wird Bob Hoover vielfach ausgezeichnet, General James Doolittle soll ihn gar als „the greatest stick-and-rudder-man who ever lived“ bezeichnet haben. 2014 wird sein Leben im Dokumentarfilm „Flying the Feathered Eagle: The Bob Hoover Project“ auf Zelluloid gebannt. Die EAA reagierte am 25. Oktober bestürzt auf die Meldung von Hoovers Tod. „We lost a true, one-of-a-kind aviation hero today“, sagte EAA-CEO Jack Pelton.




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