21.01.2014
aerokurier

LTB-ZusammenschlussGemeinsam Kosten sparen

30.000 Euro kostet die „Bescheinigung der Genehmigung als Instandhaltungsbetrieb“ des Luftfahrt-Bundesamts, Aktenzeichen DE.145.0345 – pro Jahr, versteht sich. Um diese Kosten zu tragen, gehen Salomo Flugzeugservice, Fläming Air und Fly-in-Spain jetzt gemeinsame Wege.

Salomo Flugzeugservice Team

Starkes Team: Chef Volker Salomo (Zweiter von rechts) zusammen mit Mike Schüle, Guido Stransky und Sandra Rüter am Stammsitz Parchim. Foto und Copyright: Flugzeugservice Salomo  

 

Der Geschäftsführer der Salomo Flugzeugservice GmbH, Volker Salomo, kämpft darum, das Fliegen bezahlbar zu halten: „Um das zu erreichen, müssen wir den komplizierten­ Weg gehen.“ Mit dem „komplizierten Weg“ meint er den Zusammenschluss mehrerer Luftfahrttechnischer Betriebe, um die Anforderungen des Luftfahrt-Bundesamtes (LBA) an einen Instandhaltungsbetrieb ge-meinsam zu erfüllen und damit die Kosten zu teilen. Ein Verfahren, das mit enorm viel Bürokratie verbunden ist, unterm Strich jedoch Kosten spart.

Die Geschichte von Salomos Selbstständigkeit begann im August 1995, als der heute 50-Jährige einen Instandhaltungsbetrieb gründete. Das Unternehmen zog von Rerik an den Flughafen Schwerin/Parchim, wo 2005 eine eigene Halle errichtet wurde. Mit der deutsch-spanischen Flugschule Fly-in-Spain kam vor vier Jahren die erste Außenstelle dazu. „Aufgrund der Erfahrungen, die wir in Andalusien machten, konnten wir uns vorstellen, das Unternehmen noch einmal zu erweitern“, sagt Salomo.

Bei einem Außeneinsatz für seine Firma kam Salomo mit Fläming Air aus Oehna ins Gespräch. „Nachdem im Sommer 2011 mit Rudi Hackel der Chef des Unternehmens bei einem Flugzeugunfall ums Leben kam, versuchte Fläming Air mehrfach, einen Partner zu finden.“ Salomo zögerte nicht lange: Im Dezember vergangenen Jahres wurde der geplante Zusammenschluss mit dem LBA besprochen. Gleichzeitig fingen die Unternehmen an zu kooperieren. Einer von Salomos Mitarbeitern war während dieser Zeit fast ausschließlich damit beschäftigt, das Handbuch für Instandhaltungsbetriebe, in dem alle Verfahren für die drei Betriebe beschrieben werden, zu erstellen: „Das war ein ständiges Hin und Her.“

Auf den Tag genau zwei Jahre, nachdem Rudi Hackel tödlich verunglückte, war das Werk am 26. August 2013 vollendet: Das LBA erteilte die offizielle Genehmigung für die Instandhaltung von Flugzeugen bis zu 5,7 Tonnen Abfluggewicht mit Kolbenmotor. Salomo: „Ich rechne damit, dass wir dafür zirka 8000 Euro in Rechnung gestellt bekommen.“

Gemeinsam Kosten sparen

Salomo Flugzeugservice Mike Mähler Doreen Röckslebe Standort Oehna

Infrastruktur gemeinsam nutzen  

 

Sieben Mitarbeiter sind am Hauptsitz am Flughafen Schwerin/Parchim beschäftigt. Für die Werft von Fläming Air arbeiten drei der Salomo-Angestellten jeweils halbtags für Salomo. An den beiden deutschen Standorten arbeiten zudem unterschiedlich qualifizierte Prüfer. Das Personal wechselt bei Bedarf zur anderen Niederlassung. Die Kollegen aus Oehna und Parchim kommen auch bei Schulungen und zusätzlich mindestens einmal pro Quartal zusammen, um Erfahrungen auszutauschen.

Auch die Infrastruktur nutzen die drei Unternehmen gemeinsam. Es gibt einen gemeinsamen Server und eine Software, mit der von jedem Standort aus auf alle Unternehmensdaten zugegriffen werden kann, ebenso auf das Handbuch, das beispielsweise bei Änderungen von Hersteller-, Lufttüchtigkeitsanweisungen oder Abläufen im Unternehmen auf den neuesten Stand gebracht werden muss. Verbessert hat sich durch den Zusammenschluss ferner die Ersatzteilversorgung. Der Standort Oehna freut sich über ein erweitertes Angebot mit einem neu geschaffenen Avionikbereich.
Salomo legt Wert darauf, dass es sich bei dem Zusammenschluss keinesfalls um eine Übernahme von Fläming Air handelt: „Alle Niederlassungen arbeiten wirtschaftlich selbstständig und haben ihren eigenen Stationsleiter.“

Bei allen bürokratischen Hürden, die der Zusammenschluss mit sich bringt, überwiegen die Vorteile. Aus Kundensicht sind dies ein besserer Service und niedrigere Preise. „Damit die LBA-Urkunde an der Wand bleibt, entstehen uns jährlich Kosten in Höhe von 30.000 Euro. Der Gewinn unseres Zusammenschlusses liegt darin, dass wir uns diese Ausgabe teilen.“




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