15.06.2017
Erschienen in: 05/ 2017 aerokurier

MotorflugKunstflugzeug ohne Kompromisse: XtremeAir XA41/42

Ist Leidenschaft im Spiel, bleibt kein Raum für Kompromisse: Die Vision von XtremeAir war es, mit einem Kunstflugzeug neue Maßstäbe zu setzen. Leicht, robust und schön sollte es sein, ein Flugzeug, das sowohl den Piloten im Cockpit als auch die Zuschauer am Boden verzaubern würde. Mit ihrer wahnwitzigen Rollrate wird die XA42 dem Firmenmotto „no limits“ durchaus gerecht. Werkspilot Bastien Le Roux nimmt den aerokurier mit auf eine Entdeckungstour durch die Produktionsstätte in Magdeburg-Cochstedt.

Dass Bastien Le Roux noch immer in Richtung Kamera grinst, ist für den Otto-Normal-Piloten kaum nachvollziehbar. Einen Wimpernschlag zuvor hat er die XA42 mit 570 Grad pro Sekunde um ihre Längsachse rotieren lassen – da kann selbst kunstflugerprobten Gestalten schon bei der Vorstellung schwindelig werden. Der aus Frankreich stammende Werkspilot und Ingenieur von XtremeAir kennt das schnittige Kunstflugzeug bis ins kleinste Detail und weiß, wie er es handhaben muss.

Start und Landung setzen Spornrad-erfahrung voraus. Erreicht die D-ETXA eine Geschwindigkeit von 30 Knoten, wird das mächtige Seitenruder stark genug umströmt, um die Maschine auf Kurs zu halten, und durch leichtes Nachdrücken des Knüppels hebt sich der Sporn. Bei 75 Knoten rotiert sie, und mit 90 Knoten geht es schließlich in den Steigflug. Für das Kunstflugzeug ist eine Seitenwindkomponente von bis zu 25 Knoten nachgewiesen – was jedoch eine entsprechende Erfahrung seitens des Piloten voraussetzt.

Ein 315 PS starker Lycoming AEIO-580-B1A treibt die XA42 an. Aufgrund der geringen Masse des Flugzeugs reicht die Leistung der sechs Zylinder vollkommen aus, um auch mit der deutlich stärker motorisierten Konkurrenz mitzuhalten. Je nach Klasse und Beladung variiert das Lastvielfache bis zu unlimitierten Kunstflugmanövern mit +/- 10 g. Aber nicht nur im Kunstflug hinterlässt das Flugzeug einen bleibenden Eindruck: Im Reiseflug reicht der Tankinhalt für Distanzen von rund 1000 nautischen Meilen. Bei 45 Prozent Leistung – das macht in 4000 Fuß Höhe 167 Knoten True Airspeed – genehmigt sich der Sechsender 37 Liter Avgas pro Stunde. Das Leergewicht liegt bei 630 Kilogramm, und das maximale Abflug-gewicht wurde auf 999 Kilogramm limitiert – der günstigeren Landegebühr wegen.

Im Cockpit wird serienmäßig das SAI-340 mit integriertem Angle of Attack Indicator verbaut, eine Ausstattung, die den Kunstflug äußerst angenehm gestaltet. Damit gehören die ständig auslaufenden mechanischen Kreisel der Vergangenheit an. Das SAI-340 ist ein 4-in-1-Instrument; es macht Angaben zu Geschwindigkeit, Höhe, Lage und Schiebezustand, verfügt über eine eigene Notstromversorgung und lässt sich auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesen. In dieser Kombination eignet sich der sportliche Flieger auch für Upset-Recovery-Trainings für Linien- und Privatpiloten.

Kundenwünschen kommt man beispielsweise mit individueller Lackierung, Lederausstattung oder besonderen Avionikoptionen nach. Stolz sind die Designer auch darauf, dass die XA42 in nur zwei Stunden für den Transport zerlegt oder wieder aufgerüstet werden kann. Das spart Zeit und macht die Maschine insbesondere für Wettbewerbspiloten interessant.


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Thomas Schüttoff


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