22.08.2015
aerokurier

Ercoupe 415DDas Flugzeug, das nicht trudeln kann

Die Ercoupe stellt einige der wichtigsten Prinzipien auf den Kopf, die für Leichtflugzeuge allgemein gelten.

Ercoupe 415D fliegend

Seiner Zeit voraus: 414D Ercoupe. © Foto und Copyright: Frank Herzog  

 

Heutigen Betrachtern fällt es zumeist schwer, den Tiefdecker mit dem ungewöhnlichen Doppelleitwerk zeitlich zuzuordnen. Tatsächlich ist die Ercoupe 415D ein Produkt der frühen Nachkriegszeit.

Die doppelsitzige Bugrad-Einmot fand unmittelbar nach den Zweiten Weltkrieg in ihrer Heimat USA reißenden Absatz, alleine in jenem Jahr wurden 4000 Stück gebaut, in der Fabrik wurde in drei Schichten gearbeitet, auf dem Höhepunkt der Produktion wurden täglich etwa 30 Ercoupes fertig gestellt. Für die Vermarktung wurden ungewöhnliche zusätzliche Verkaufsstellen gefunden: So bot die Kaufhauskette Macy´s das kleine Reiseflugzeug in ihrer Herrenabteilung an.

Doch so schnell, wie sich die Jedermannflugzeugblase in den Nachkriegs-USA aufgebläht hatte, so schnell zerplatzte sie auch wieder, nicht nur für den Ercoupe-Hersteller ERCO in Riverdale in Maryland. Immerhin 5028 Exemplare verließen zwischen 1945 und 1952 das ERCO-Werk.

Nach verschiedenen Zwischenstationen landete der Entwurf 1967 schließlich bei Mooney, die daraus die Cadet machten, ein Jahr später das Doppelleitwerk absägten und durch die unverwechselbare Mooney-Flosse ersetzten und das Muster von da an M10 nannten.

Am Ende, das 1970 kam, wurden zusammen mit etwa 100 Vorkriegsexemplaren 5685 Stück des Zweisitzers gezählt, dem sein Konstrukteur Fred E. Weick die Rolle eines nahezu unfallfrei zu fliegenden Volksflugzeuges zugedacht hatte und dem er dafür eine Reihe seinerzeit absolut unüblicher, aber brillanter technischer Detaillösungen mit auf den Weg gegeben hatte.

Doch die kommerzielle Verwertung der Vision von einem Fehler verzeihenden Einfachflugzeug wurde erst unter dem Dach der Engineering and Research Corporation, kurz ERCO, möglich.


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