21.12.2015
Erschienen in: 08/ 2015 aerokurier

Rallye-FliegenDeutschlandflug 2015

Nein, Hasardeure sind hier nicht auf dem Trip durch die Republik. Und trotzdem gehören viele Unwägbarkeiten zu dieser großen Rallye über mehrere Tage. Dass nicht alles bis ins Letzte geplant werden kann, machte den Deutschlandflug 2015 auch zum Abenteuer.

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Kann es einen schöneren Auftakt geben?! In ganz Deutschland herrscht Mitte Juni störungsfreies Hochsommerwetter, ideal für den Anflug zum Startplatz Bitburg in der Eifel. 34 Besatzungen, die sich für die Touristikgruppe gemeldet haben, und die 28 der Wettbewerbsgruppe fallen nach und nach auf der ehemaligen Militärbasis ein. Ein Störgefühl lässt sich an dem lauen Abend im Biergarten des „Eifelstern“ aber nicht ausblenden, haben doch die Meteorologen schon mitleidlos erklärt, dass am folgenden Morgen in der Hocheifel mit aufliegenden Wolken und Regen zu rechnen sei.

Schnell beginnt die Suche nach Alternativen. Der erste Wettbewerbsflug nach Marburg dürfte erst am Nachmittag  möglich werden. Das scheint schon mal sicher. Doch was macht die Touristikgruppe? Hier stehen als Etappenort Lachen-Speyerdorf und als Tagesziel Ansbach in Franken auf dem Plan. Das bedeutet, mit der nach Südosten abziehenden Kaltfront mitfliegen zu müssen. Ansbach scheidet damit aus.

Aber man könnte es ja bis Lachen-Speyerdorf schaffen. Dann wäre zumindest das dort auf dem Grill brutzelnde Spanferkel nicht umsonst gestorben. Gesättigt könnte man wieder nach Bitburg zurückkehren und das alte Quartier beziehen, zieht Wolfgang Müther, Präsident des Luftsportverbands DAeC, in Erwägung. Aber dann lässt auch das die Front nicht zu. Gleich am Vormittag geht‘s in Bitburg zurück ins Hotel. Auf eine verzweifelte Zimmersuche für mehr als 80 Personen in Lachen-Speyerdorf und Umgebung will man sich jedenfalls nicht einlassen. Das zweite Etappenziel der Touristikgruppe, Auerbach im Vogtland, soll am nächsten Tag aber erreichbar sein.

Marburg ist machbar. Die ersten Aufgabenbögen verteilt Ralf-Rainer Schmalstieg noch unter konturlos grauem Himmel. Werner Krüger und David Oelschner mit der Wettbewerbsnummer 1 bekommen den Umschlag in die ebenso graue Piaggio P149 gereicht. Mit 100 Knoten Wettbewerbsgeschwindigkeit sind sie die Schnellsten. Die Langsameren folgen gestaffelt im Abstand von zwei Minuten. Wer kann, fliegt langsamer , so wie Christiane und Axel Maurer mit ihrer Morane MS880. Bei 65 Knoten huscht denn doch nicht alles so schnell vorbei. An den Wendepunkten müssen die Kontrollfotos verifiziert und auf den einzelnen Kursabschnitten die Motive der Streckenfotos erkannt und in die richtige Reihenfolge gebracht werden.

Ab Erhalt des Aufgabenumschlags läuft die Zeit. In 45 Minuten müssen  die mit Kursen und Wendepunkten versehenen Karten entsprechend dem beigelegten, nach aktuellem Wind berechneten Zeitplan präpariert werden. An einzelnen Wendepunkten lauern Zeitkontrollen. Schon ein vermasselter Pünktlichkeitsstart kostet Strafpunkte. Mit Abstand folge ich als Begleitflugzeug dem Tross und habe erst einmal Mühe, die Turbo 182 auf ungewohnt gemütliche 100 Knoten herunterzutrimmen. Auf dem Kniebrett unterstützt mich das iPad mit dem Jeppesen Mobile FliteDeck VFR. Hierin lässt sich die Karte schön aufzoomen, sodass die Wegpunkte exakt definiert werden können. Ambitionierte Teams haben die fixe Eingabe der Koordinaten trainiert. Da kann dann nichts ins Rad gehen.


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Gerhard Marzinzik


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