03.09.2015
Erschienen in: 06/ 2014 aerokurier

Porträt: Wolfgang Schmelzer (Teil 2) Über die Schmelzers gibt es 16 Stasi-Ordner

Flug in die Freiheit Wolfgang Schmelzer

Wolfgang Schmelzer auf dem Flugplatz Bonn/Hangelar. Tochter und Enkelkinder leben in Bonn; sie werden regelmäßg besucht. Foto und Copyright: Holland-Moritz  

 

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Was geschah mit der Wilga?

Formal hatte ich sie ja gestohlen und mit meinem Flug auch die ADIZ verletzt. Also wurde in München ein Strafverfahren eingeleitet. Das wurde aber nach kurzer Zeit wieder eingestellt. Die Wilga wurde später auf einem Tieflader zurück nach Leipzig gebracht. Bei der Gauck-Behörde gibt es 16 Stasi-Ordner über uns. 


Wie und wo gelang Ihnen der fliegerische Neustart?

Ich hatte Glück, dass ich nach Baden-Württemberg kam und auf der Hahnweide Piloten kennen lernte, die mir weiterhalfen. Ich hatte zwar ein paar Dokumente mitnehmen können, aber die Nachweise über meine Tätigkeit als Bauingenieur waren unvollständig. Ein Architekt stellte mich ein, und wenig später bekam ich eine Anstellung als Bauleiter. Durch die Fliegerkontakte habe ich den Einstieg in das neue Leben geschafft. Obwohl ich bereits mehr als 1000 Flugstunden hatte, musste ich die PPL-Theorie mit Prüfung beim LBA absolvieren. An den Wochenenden engagierte ich mich wieder fliegerisch als Fluglehrer und Schlepppilot beim LSV Leibertingen.


Wie erging es Ihrer Frau, und konnte sie später im Westen auch wieder fliegen?

Nach 26 Monaten wurde Christine endlich aus der Haft entlassen. Wir hatten zwischenzeitlich nur Briefe schreiben können, die aber zensiert wurden. Fünf Monate später konnten dann auch unsere Kinder ausreisen. Sie hatten zum Glück bei den Großeltern leben können. Ich hatte inzwischen für vier Jahre einen gut dotierten Job bei einer Baufirma im Ausland. Da ich einen Familienvertrag abgeschlossen hatte, konnten wir dort wieder zusammenleben. Nach der Rückkehr nach Deutschland wurden Christine und ich ehrenamtlich Fluglehrer im LSV Bonn-Beuel. In Hangelar erwarb sie dann den PPL(A). Nach einigen Jahren in Bonn/Hangelar wechselten wir zum LSC Bayer Leverkusen.


Haben Sie irgendwann mal Ihre Fluchtstrecke nachgeflogen?

Wir haben die Fluchtstrecke nie nachgeflogen. Jedoch sind wir nach dem Mauerfall oft mit unserer Bölkow Junior von Hangelar nach Leipzig/Halle geflogen. Es waren für mich erhebende Momente, dort zu landen ohne Angst zu haben.


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