15.04.2015
aerokurier

Projekt aus NiedersachsenCarplane: Fliegendes Auto neu definiert

Die Braunschweiger Carplane GmbH hat sich vorgenommen, ein fliegendes Auto in die Luft und auf die Straße zu bringen.

AERO 2015 - Carplane

Läuft alles nach Plan, könnte das Carplane schon im Spätsommer 2015 zum Erstflug starten. Mit 220.000 Euro plus Steuer beziffert das Unternehmen einen möglichen Preis. Foto und Copyright: Holland-Moritz  

 

Projektleiter John Brown und sein Team haben sich auf ein extrem anspruchsvolles Projekt eingelassen. Wieder einmal möchte ein Unternehmen das Flugzeug auf die Straße und das Auto in die Luft bringen – etliche Projekte dieser Art sind in den vergangenen Jahrzehnten gescheitert. Das Carplane möchte jetzt so ziemlich alles anders und besser machen. Die Botschaft ist simpel: Das Carplane soll ebenso gut fahren wie fliegen. Hilfreich ist sicherlich, dass die Europäische Union und das Land Niedersachsen das Vorhaben unterstützen. 

Seit 2012 laufen die Arbeiten an dem fliegenden Auto. Zum einen soll das Carplane als VLA mit 750 Kilogramm MTOW zugelassen werden. Zum anderen soll es beim Kraftfahrtbundesamt als vollwertiges Automobil zertifiziert werden. 

Die Probleme liegen dabei vor allem im Straßenbereich. Es gilt, die vielen Auflagen für ein Auto mit möglichst wenig Gewicht umzusetzen. Airbags sind ebenso Pflicht wie ein ABS. Allein die Vorschriften für das Design einer Autotür umfassen etliche Seiten Papier. Ein Knackpunkt war anfangs die Abgasnorm. Mit dem rund 150 PS starken PC850 des Herstellers LSA-Engines ist ein Antrieb gefunden, der die strenge Abgasnorm Euro 6 erfüllt und sich bereits in einem anderen fliegenden Auto bewährt haben soll. 

Optisch mutet das Carplane durchaus eigenwillig an. Die Ingenieure setzen auf eine Doppelrumpf-Konstruktion. Diese Auslegung ermöglicht es unter anderem, die Räder aerodynamisch günstig zu verkleiden und den Lärm des Schubpropellers bestmöglich zu dämpfen. 

Fliegerisch soll das Carplane sich wie ein echtes Flugzeug verhalten. Dafür sorgen etwa die langen Leitwerksausleger. Für die Straße werden die Flügel auf Knopfdruck so eingefahren, dass sie geschützt zwischen den Rümpfen liegen und bei höheren Geschwindigkeiten Abtrieb produzieren. Leistungsmäßig sind natürlich keine Topwerte zu erwarten: Auf der Straße sind rund 170 km/h drin, in der Luft werden 200 km/h Reisegeschwindigkeit angepeilt. 

Läuft alles nach Plan, könnte das Carplane schon im Spätsommer 2015 zum Erstflug starten. Mit 220.000 Euro plus Steuer beziffert das Unternehmen einen möglichen Preis.

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Patrick Holland-Moritz


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