08.08.2016
aerokurier

Tödlicher UnfallBugatti 100P-Replica abgestürzt

Der Nachbau des legendären Bugatti-Rennflugzeuges 100P ist abgestürzt. Dabei kam Pilot Scott Wilson, der Kopf hinter dem Projekt, ums Leben.

Bugatti 100P Rennflugzeug Erstflug

Der "blaue Traum" beim Erstflug. Das Bugatti-Rennflugzeug wurde in den dreißiger Jahren entwickelt. Foto und Copyright: The Bugatti 100P Project  

 

Wie mehrere US-amerikanische Luftfahrtportale berichten, geschah der Unfall am Samstagmorgen um 8.20 Uhr Ortszeit in Burns Flat, Oklahoma. Laut News Channel 4 wollte Scott Wilson mit der 100P zum dritten Flug abheben, der mit mehreren Kameras aufgezeichnet werden sollte. Laut Zeugen sei das Flugzeug ohne erkennbare Probleme gestartet, kurz darauf aber mit einem hohen Anstellwinkel nach links abgekippt und senkrecht auf dem Erdboden aufgeschlagen. Das Wrack fing sofort Feuer und brannte aus, Pilot Scott Wilson überlebte den Unfall nicht. Am Nachmittag begannen Experten des National Transportation Safety Board mit ihren Ermittlungen zur Ursache des Unglücks.

Die Bugatti 100P war ein Versuchsflugzeug, mit dem der französische Automobilfabrikant Ettore Bugatti nach Geschwindigkeitsrekorden in der Luft strebte. Die Konstruktion zeichnete sich durch eine Reihe von Besonderheiten aus, darunter die beiden 450 PS starken Motoren vom Typ Bugatti 50P Straight 8, die zwei gegenläufige Luftschrauben auf einer gemeinsamen Welle antreiben sollten, sowie das Y-Leitwerk. Die Geschwindigkeit sollte bei mehr als 800 km/h liegen. Der Bau des Flugzeuges wurde 1938 begonnen, infolge des zweiten Weltkrieges aber nie fertiggestellt. Das unfertige flugzeug wechselte mehrfach den Besitzer, heute ist der Rumpf im EAA AirVenture Museum in Oshkosh ausgestellt.

Seit 2009 arbeitete eine Gruppe von Enthusiasten um Scott Wilson am Bau einer Replik, um zu beweisen, dass das Flugzeug tatsächlich flugfähig ist. Im August 2015 hob der Nachbau, angetrieben von zwei Suzuki-Motorradmotoren mit je 180 PS, erstmals ab.

Einen ausführlichen Artikel über den Unfall und den Bau der 100P gibt es online bei der Tulsa World, außerdem hatte das Projekt eine eigene Website und eine Facebook-Seite.



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