28.04.2017
Erschienen in: 04/ 2017 aerokurier

ReihenmotorAuster 5J/1 und Bücker FK 131: Reihe statt Boxer

Bei modernen Flugmotoren sind die Zylinder meist gegenüberliegend angeordnet. Lycoming, Continental oder Rotax – das Boxerprinzip ist State of the Art. Die Marktsituation führt mitunter dazu, dass der Reihenmotor als Urform des Flugmotors aus dem Blick gerät. Am Beispiel eines Oldtimers und eines Oldtimer-Nachbaus zeigt unser Autor den Reiz des klassischen Antriebs.

Boxer, egal ob mit zwei, vier, sechs oder noch mehr Zylindern, haben sich in der Kategorie bis circa 400 PS in der Allgemeinen Luftfahrt durchgesetzt. Sternmotoren überzeugen dank Hubraum und niedriger Drehzahl mehr durch charakteristischen Sound als durch Ökonomie. Völlig vergessen scheint der aerodynamisch sinnvollste Motor – der Reihenmotor.

Jede bekannte Luftfahrtnation hat ihre Reihenmotoren gehabt – Amerika die Rangers oder Menascos, England die Gipsy Majors, Frankreich die Snecmas oder Renaults, Deutschland die Hirths und Argus’, der Ostblock die Walters’ und LOMs – und dies sogar bis in die späten 1960er Jahre. Im Verlauf der Entwicklung wurden Reihenmotoren auch anei-nander gebaut – es entstand beispielsweise der Reihen-V-Motor. Dabei wurden stehende Zylinderanordnungen wie im legendären Rolls-Royce Merlin, hängende wie beim deutschen Rivalen DB 605 oder gar liegende Versionen wie von Junkers realisiert. Grund genug, sich das Konzept des Reihenmotors einmal im praktischen Einsatz genauer anzuschauen. Anhand von zwei interessanten Flugzeugen mit hängenden Vierzylinder-Reihenmotoren lassen sich Alltagstauglichkeit und Ökonomie recht gut analysieren.

Konkret geht es um eine Auster 5 J/1, angetrieben von einem 100 PS starken, hängenden Vierzylinder der Firma Blackburn und eine Bücker FK 131 neuer Produktion mit einem circa 80 PS starken Walter Mikron – ebenfalls als Neuware zu erhalten.

Äußerlich ist die Attraktivität eines Flugzeuges freilich immer abhängig vom persönlichen Geschmack, und zwar nicht nur dem des Konstrukteurs, sondern auch dem des Endkunden. Lieber ein knuffiger Sternmotor oder eine langgestreckte Nase? Der Mittelweg ist der Boxermotor – aber um den geht es hier ja nicht.


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Thomas Schüttoff


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