05.09.2014
Erschienen in: 07/ 2014 aerokurier

Sicherheitssoftware ProPilotsTraining nützt, Training schützt

Der Rettungshubschrauber befindet sich im Landeanflug, als plötzlich der Heckrotor blockiert. Gefährlich, denn ohne ihn ist der Helikopter unkontrollierbar. Der Pilot bringt die Maschine sicher an den Boden, weil er bestens auf eine solche Notsituation vorbereitet ist. Das gilt längst nicht für alle Piloten, könnte sich aber mit der neuen Trainingssoftware ProPilots bald ändern.

ProPilot Notlage über Wasser

Notlage über Wasser. Wie verahlten sich Pilot und Passagiere richtig? ProPilot erklärt`s. Foto und Copyright: ProPilot  

 

Alexander Steffen (46) ist Einsatzpilot und Fluglehrer bei der Bundespolizei in Bonn/Hangelar. Er hat, aufbauend auf seine langjährige Erfahrung im Polizeieinsatz, als Prüfer und LBA-Sachverständiger sowie Pilot im Luftrettungsdienst, eine Trainingssoftware entwickelt, die Besatzungen von Helikoptern – und künftig auch Piloten von Flächenflugzeugen – umfassend auf Notsituationen vorbereitet und die Sicherheit für Mensch und Maschine nachhaltig erhöht.

„ProPilots“ tauften Steffen und sein Team das internetbasierte Programm, produzierten in einem aufwendigen Verfahren 3-D-animierte Filme und schufen damit eine realitätsnahe Szenerie, die weltweit so noch nie in einer Übungssoftware dargestellt wurde. Der Pilot kann ProPilot so oft nutzen, wie er will, und hat von überall und jederzeit Zugriff darauf.

„Das Trainieren von Gefahrensituationen ist so wichtig“, sagt Steffen, aber er weiß auch, dass für ausreichende Trainingsflüge oft das Geld fehlt oder das passende Gerät mit der Möglichkeit, Notsituationen real zu trainieren. Notlagen sind im echten Helikopterflug nur eingeschränkt darstellbar. Auch der für Helikopterpiloten jährlich vorgeschriebene Überprüfungsflug reicht nicht immer aus, um in einer Gefahrensituation intuitiv richtig zu handeln.

Die weltweite Statistik besagt, dass 78 Prozent aller Flugunfälle auf Pilotenfehler zurückzuführen sind. Dies bezieht sich gleichermaßen auf die Allgemeine Luftfahrt wie auf Arbeitsflüge, auf gewerbsmäßige Beförderung wie auf staatliche Flüge – trifft also nicht nur auf ungeübte Piloten zu, sondern auch auf Profis im Cockpit.


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