13.05.2015
aerokurier

Verfangen in Transportbahn-KabelnRega rettet Gleitschirmpilot

Mehrere Stunden dauerte eine Rettungsaktion der schweizerischen Rega. Ein Gleitschirmpilot hatte sich in Kabeln einer Transportbahn verfangen und drohte in die Tiefe zu stürzen. Eine direkte Bergung an der Rettungswinde war nicht möglich, da der Rotorabwind für den Piloten ein zusätzliches Absturzrisiko bedeutet hätte.

Rega rettet Gleitschirmpilot

Der Rettungsspezialist Helikopter (RSH) sichert den Gleitschirmpiloten, bevor beide mit der Rettungswinde in Sicherheit gebracht werden können. Foto und Copyright: Rega/Kapo NW  

 

An der aufwändigen Rettungsaktion am 12. Mai waren neben einem Helikopter der schweizerischen Rega mehrere Rettungsspezialisten und Bergretter des Schweizer Alpen-Clubs SAC, ein weiterer Helikopter von Swiss Helicopters sowie Beamte der Kantonspolizei Nidwalden beteiligt.

Rega rettet Gleitschirmpilot 2

Mehr als 80 Meter über dem Terrain hing der Gleitschirmpilot im Kabel, in dem sich sein Schirm verfangen hatte. Es bestand jederzeit die Gefahr des Absturzes. Foto und Copyright: Rega/Kapo NW  

 

Die Rega-Retter erreichte die Alarmierung kurz vor Mittag. Ein 76-jähriger Gleitschirmpilot war oberhalb von Wolfenschiessen (südlich von Stans im Kanton Nidwalden) mit seinem Schirm in die Kabel einer Transportbahn geflogen und dabei etwa 80 Meter über einem Waldstück hängen geblieben. Die Position befand sich mehrerer Hundert Meter von der Tal- beziehungsweise Bergstation entfernt, und eine Kontaktaufnahme zum Piloten war nicht möglich.

Die Rega-Crew von der Basis Erstfeld überflog mit dem zweimotorigen Helikopter AW109 Da Vinci die Unfallstelle. Dabei wurde festgestellt, dass eine Bergung des Mannes mit der Rettungswinde nicht möglich war. Der Abwind des Helikopters hätte in dieser heiklen Situation für den in den Kabeln hängenden Piloten ein zusätzliches Absturzrisiko bedeutet.

Die Rettung musste also über die beiden Kabel erfolgen, an denen der Schirm hing. Zwei Rettungsspezialisten Helikopter (RSH) und mehrere Bergretter wurden mit dem zweiten Hubschrauber zur Bergstation der Seilbahn geflogen, wähend sich der Rega-Hubschrauber so positionierte, dass die Retter von Bord aus jederzeit über Funk mit genauen Angaben zur Lage des Gleitschirms und des Piloten versorgt werden konnten. Um Schwingungen des Kabels zu vermeiden, wurden zuerst ein Funkgerät und eine Sicherungsmöglichkeit zum Gleitschirmpiloten heruntergelassen. Danach seilte sich ein RSH mehr als 500 Meter am Kabel entlang zum Piloten ab, befreite ihn vom Schirm und befestigte ihn schließlich an einer Rettungswinde der Bergretter. Damit zogen sie den Piloten gemeinsam mit dem RSH am Kabel entlang zur Bergstation hoch. Von dort aus konnte der unverletzte Gleitschirmpilot später sicher ausgeflogen werden.



Weitere interessante Inhalte
Luftrettung des Zivilschutzes Bilanz 2017: „Retter in Orange“ fliegen mehr als 15000 Einsätze

15.02.2018 - Die orangefarbenen Hubschrauber des Zivilschutzes sind im vergangenen Jahr 15571 Einsätze geflogen und haben 4281 Patienten transportiert. Insgesamt waren die Retter 5179 Flugstunden in der Luft. … weiter

Bilanz 2017 2700 Einsätze der Johanniter Luftrettung

09.02.2018 - Die Johanniter Luftrettung hat ihre Bilanz für das Jahr 2017 vorgelegt. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 2700 Einsätze absolviert. Damit waren die Hubschrauber, die sich auf fünf Standorte in … weiter

Unfall Rettungshubschrauber kollidiert mit Kleinflugzeug

23.01.2018 - Am Dienstagmittag ist ein Hubschrauber der DRF Luftrettung in der Nähe von Philippsburg (Kreis Karlsruhe) mit einem Kleinflugzeug kollidiert. Bei dem Absturz sind alle vier Insassen der beiden … weiter

Trainingszentrum St. Augustin H145-Simulator bei der ADAC HEMS Academy

11.01.2018 - Nach der Zulassung durch das Luftfahrt-Bundesamt geht der neue H145 Full-Flight-Flugsimulator bei der ADAC HEMS Academy in St. Augustin in den Betrieb. … weiter

Luftrettung Durchblick in der Nacht

14.12.2017 - Die Deutsche Luftrettung baut ihre Nachteinsatzfähigkeit weiter aus. Seit neuestem ist die Crew von Christoph Niedersachsen mit Nachtsichtgeräten in der Dunkelheit unterwegs. … weiter


aerokurier 02/2018

aerokurier
02/2018
24.01.2018

Abonnements
Digitalabo
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Pilot Report Pilatus PC-12 NG
- Restaurierung Super Cub
- Fluzeugreport RV-4
- Cessna und die Zukunft
- Leserwahl 2018
- Tragschrauber mit Kamera
- Segelflug Special

Gebrauchtflugzeuge, Luftfahrtzubehör, Reiseangebote und vieles mehr:

aerokurier Online-Markt