03.07.2014
aerokurier

Vabene ++ am DLR-Helikopter erfolgreichNeues Kamerasystem zur Verkehrsüberwachung

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat ein neues echtzeitfähiges Kamerasystem an seinem Versuchshubschrauber BO105 erfolgreich eingesetzt. Das Forschungsprojekt trägt den Namen "Vabene ++".

"Vabene ++" steht für Verkehrsmanagement bei Großereignissen und Katastrophen und das besagt genau das, was die Ingenieure des DLR jetzt fliegerisch erstmals auf einem Helikopter (BO105) umgesetzt haben. Hochauflösende Bilder und Videos des neuen Echtzeit-Kanerasystems werden binnen weniger Sekunden an Bord des Helikopters verarbeitet und per Mikrowellenlink sofort zum Boden zu einer Leitstelle übermittelt. Dabei werden die Daten in das Gradnetz einer Karte eingepasst und stehen in einem Geografischen Informationssystem (GIS) für die Einsatzleitungen zur Verfügung.

So können die Daten helfen, bei Großereignissen oder im Katastrophenfall den Verkehr situationsbedingt zu steuern und Hilfskräfte schnell an den Einsatzort zu leiten. Das gilt für Fahrzeuge, also für für relativ hohe Geschwindigkeiten, ebenso wie für große Menschansammlungen, die sich relativ langsam bewegen. Damit das System Vabene ++ die Dichte von Menschenmengen und deren Geschwindigkeit ebenso beurteilen kann wie den Autoverkehr, muss es "trainiert werden". Bestimmte zugeornete Texturen werden mit entsprechenden Algorithmen versehen, und vor den jeweiligen Einsätzenprofilen eingelesen. Dennoch ist es eine Herausforderung für die Forscher, denn das System muss Bewegungen wiedererkennen, Menschen und Fahrzeuge zuordnen, aber gleichzeitig die Bewegung des Helikopters rausrechnen. 

An Bord des DLR-Versuchshubschraubers BO105 ist Vabene ++ installiert, oder genauer gesagt, an der linken Außenseite des Helikopters, knapp oberhalb der Kufe. Absorber sorgen dafür, dass die normalen Schwingungen und Vibrationen des Helikopters im Fluge nicht auf das System übertragen werden. Eine Montage oder Demontage geht schnell vonstatten, zudem ist der Helikopter die ideale Plattform, weil er sehr wendig ist und auch über dem Einsatzort in der Luft stehen bleiben kann. 

In einem Gehäuse (90 x 60 x 50 Zentimeter) befinden sich drei handelsübliche Kameras.  Zur Erfassung einer Gesamtsituation (Überblick) arbeiten die Kameras mit 50-mm-Objekten; sie können ein Blickfeld von 140 Grad abdecken. Mit Objekten mit 100 mm Brennweite sind Auflösungen von bis zu 3,5 Zentimeter pro Bildpunkt bei einer Flughöhe von 1500 Fuß (ca. 500 m) möglich. Zudem kann eine der Kameras 4k-Videos aufnehmen (digitales High-Definition-Video-Format, entsprechend der vierfachen HDTV-Auflösung) 

An dem DLR-Forschungsprojekt Vabene ++ arbeiten Wissenschaftler verschiedenen DLR-Institue mit Unterstützung des DLR Flugbetriebs. Zudem sind der Lehrstuhl für Methodik der Fernuni München, und das Institut für Geoinformatik und Fernerkundung der Uni Osnabrück beteiligt.  



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