03.09.2013
aerokurier

Belgische Offene HubschraubermeisterschaftRussen wieder ganz vorn

Mit 30 Teams aus ganz Europa erlebte die belgische Offene Hubschraubermeisterschaft (BOH) ein sehr großes Starterfeld. Herausragend waren einmal mehr die Teams aus Russland, oder besser gesagt: russische Crews mit weiblichen Piloten und männlichen Copiloten.

Der belgische Flugplatz Saint Hubert in den Ardennen war vom 29. August bis zum 1. September Austragungsort für die erste Belgische Offene Hubschraubermeisterschaft (BOH). Die 30 Teilnehmerteams kamen aus neun Nationen (Deutschland, Frankeich, Großbritannien, Polen, Österreich, der Schweiz, Russland und Weißrussland). Belgien stellte mit Jaques Berlo und seinem Copiloten Pierre Portzenheim (auf R44) das einzige Team aus dem Gastgeberland. Zusätzliche Schiedsrichter und Observer entsendeten Italien und Neuseeland.

Da die Meisterschaft laut FAI-Reglement als offen definiert wurde, konnten auch gemischte, länderübergreifende Crew-Verbindungen an den Start gehen. So fungierte ein Russe als Co für einen britischen Piloten (beide belegten trotz erheblicher Sprachprobleme Platz sechs in der Gesamtwertung), ein schweizerischer Pilot flog mit seiner deutschen Freundin als Copilotin, zwei österreichische Piloten flogen ebenfalls mit deutschen Copiloten. Besonders erwähnenswert ist dabei die erst 18-jährige Marlene Floimair aus Österreich, die mit ihrer deutschen Copilotin Gisela Freund zweite in der Damenwertung wurde. Floimair und Tony Iberler, der auch erst 18 ist, wurden gemeinsam als jüngste Teilnehmer mit der Air Sport Medaille der FAI geehrt. Der Präsident der Rotorcraft Commission, David Hamilton, überreichte die Medaillen bei der Siegerehrung.

Die russische Dominanz, die sich schon bei der WM im russischen Drakino 2012 deutlich gemacht hatte, zeichnete sich auch in den sonnigen Ardennen schnell ab, wobei diesmal allerdings weibliche Piloten die Nase vorn hatten. Nach den vier Disziplinen Navigation, Präzision, Fender Rigging und Parcours standen am Sonntag die Sieger 2013 fest Es siegten Margarita Afanaskina/Victor Kalin (auf R44) vor Eugeniya Kurpitko und ihrem weisrussischen Copiloten Vladimirn Strikyonok (R44). Die amtierenden Hubschrauberweltmeister Alexander Zhuperin/Nicolai Burow (R44) belegten den dritten Platz. Eigentlich ist es ganz egal, wer bei den Russen vorn liegt, denn der Leistungsstand aller Piloten ist nahezu gleich gut. Über Sieg oder Niederlage entscheidet meist ohnehin die Tagesform oder nur ein winziger Zeitfehler.

Erfreulich aus deutscher Sicht: Tony und Werner Iberler (auf Cabri G-2) siegten in der Juniorenwertung. Dritte wurden hier Frank Rudolf/Michael Junk (Schweizer 300). Als Junioren gelten Piloten, die weniger als 250 Flugstunden als verantwortlicher Luftfahrzeugführer nachweisen können.

Bei den Damen belegten Marlene Floimair/Gisela Freund (Schweizer 300) den hervorragenden zweiten Platz vor Christine Winkler/Saskia Henzler (Cabri G-2). Christine Winker aus Bamberg hatte erst kurz vor der Meisterschaft ihr Rating auf der zweisitzigen Cabri gemacht und so gut wie kein Training.

In der internen deutschen Wertung siegten zum vierten Mal in Folge Marcel Stegmüller/Jens Scholpp (R22) vor Martin Eigner/Thorsten Strohmaier (R44) und Tony Iberler/Werner Iberler. Unter den teilnehmenden Teams flogen 18 auf der Robinson R44, vier auf der R22, drei auf der Schweizer 300, zwei auf der Cabri G-2 und je eins auf SA 342 Gazelle, MD 500E und EC120.

Der DAeC zeichnete Lothar Oehler mit der Günther-Zimmer-Tropy für seinen langjährigen und engagierten Einsatz fürs Hubschrauberfliegen aus. Oehler, ehemaliger Heeresflieger, war viele Jahre lang auch Copilot von Günther Zimmer, der bei einem Demoflug in Weißrussland mit seiner MD500 tödlich verunglückte.



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